Aufruf zum christlichem Fanatismus

Die Wahrheit, die die Welt nicht hören will.

Yepp. Ich habe mich wieder mal zu einem sehr provokativen Titel hinreißen lassen. Aber ich möchte gleich von Anfang klar stellen: Ich bin nicht schuld. Tim Keller ist schuld. Doch Eins nach dem Anderen.

Ich lese gerade das Buch „Warum Gott? – Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit?“ von Timothy Keller. Ein sehr bemerkenswertes Buch. Es war als christliches Buch auf der New York Times Bestseller Liste und ist mittlerweile über 1 Mio. mal verkauft worden. Ein Buch über das Markus Spieker, TV-Hauptstadtkorrespondent sagt:

Tim Keller schreibt präzise und unterhaltsam. Die beste Begründung des Glaubens, die in diesem Jahrhundert geschrieben wurde.
Aber Vorsicht: Wer es mit ehrlichem Herzen und offenem Verstand liest, muss sich darauf einstellen, Gott zu begegnen.

— Dr. Markus Spieker

Wenn du deinen Freunden und Kollegen von Christus erzählst und ihre Fragen ernst nimmst und beantworten willst, kommst du an diesem Buch nicht vorbei. Jedem, der es noch nicht kennt, möchte ich es hier wärmstens empfehlen.

Aber warum rufe ich jetzt zum christlichen Fanatismus auf? Nun, ich habe gestern das Kapitel über den christlichen Fanatismus in diesem Buch gelesen. Und war hin und weg. Das, was bei mir im Kopf über die cristlich-religiöse Fanatiker herumgeschwirrt ist, (über die ich in diesem Blog schon in einigen Artkiel unter dem Stichwort „Pharisäer“ geschrieben habe) das bringt er in diesem Kapitel auf den Punkt.

Er schrieibt dass die meisten Menschen die Christen entlang einer Skala bewerten. Auf der einen Seite steht der Namenschrist auf der anderen der Fanatiker. Der Namenschrist nennt sich Christ in seinem Leben sieht man aber nichts von seinem christlichen Glauben. Der Fanatiker übertreibt massiv mit seinem festen Glauben und strengen Leben. Als idealer Christ wird demnach jemand angesehen, der in der Mitte zwischen den beiden Extremen steht. Der zwar glaubt, sich aber dem nicht zu stark hingibt. Und dann schreibt er:

Das Problem mit diesem Schema ist, dass es davon ausgeht, dass der christliche Glaube im Wesentlichen zur moralischen Besserung da ist. Entschiedene Christen sind hier exterme Moralisten — oder Pharisäer, wie sie zur Jesu Zeit genannt wurden. Pharisäische Menschen glauben, dass sie vor Gott gut dastehen, weil sie sich anständig benehmen und das Richtige glauben, was logischerweise zu Überlegenheitsgefühlen gegenüber den weniger Religiösen führt und in der Konsequenz zu diversen Formen von Ausgrenzung, religiösem Machtmissbrauch und Unterdrückung — eben zu Fanatismus.

Hier kann ich mich selbst erkennen. Vor 10-15 Jahren war ich so ein Fanatiker. Dann habe ich mich mit dem Evangelium beschäftigt und Gott hat mir die Augen für meine Selbstgerechtigkeit geöffnet.

Denken Sie einmal an Christen, die Ihnen fanatisch vorkommen. Sie sind überheblich, selbstgerecht, stur, unsensibel und hart. Warum? Nicht, weil sie zu christlich sind, sondern weil sie nicht christlich genug sind. Sie sind fanatisch im Äußern ihrer Meinung, aber nicht fanatisch im Lieben, in der Demut, im Vergeben oder Verstehen — und solch ein „Fanatiker“ war Christus. Weil sie das Christentum für ein Programm der Selbstverbesserung halten, eifern sie dem Jesus nach, der den Tempel reinigte, aber nicht dem Jesus, der sagte: „Wer von euch noch nie gesündigt hat, der werfe den ersten Stein!“ (Johannes 8,7). Der Fanatiker, der uns begegnet, ist in Wirklichkeit jemand der mit Christus und seinem Evangelium (noch) nicht wirklich ernst gemacht hat.

Und hier ist der Gedanke, der mich zu dem provokativen Titel bewegt hat. Lass uns fanatisch werden. Fanatisch im Lieben, in der Demut, im Vergeben und Verstehen. Lass uns fanatisch werden im Suchen der Verlorenen, fanatisch im Dienen und im Helfen. Lass uns mit Christus und seiner Botschaft für die verlorene Welt wirklich ernst machen. Lass uns werden wie Jesus.


Quelle:
Warum Gott? – Vernünftiger Glaube oder Irrlicht der Menschheit?

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