Abschweifende Gedanken im Gebet

Bibelbetrachtung

Geht es dir so wie mir? Dass im Gebet die Gedanken sich selbstständig machen? Ich denke an eine Sache oder liebe Menschen, bete für sie, und dann fange ich an die Gedanken weiterzuspinnen und vergesse das Gebet dabei.

Dagegen hilft laut zu beten. Oder halblaut. Wenn ich die Worte spreche, fällt mir sofort auf, wenn ich aufhöre zu sprechen. In dem Buch „Leben in Gottes Gegenwart“ gibt Br. Lorenz, ein Mönch aus dem 17. Jahrhundert, der vor allen Dingen ein Mann des Gebets war, folgenden Ratschlag.

Ihre Erfahrung ist nicht ungewöhnlich, Fast jeder hat Probleme mit abschweifenden Gedanken. Unser Verstand ist ein Vagabund. Doch als Herr über alle anderen Fähigkeiten kann unser Wille die Gedanken zurückrufen und wieder auf Gott ausrichten.

Wenn unser Verstand nicht von Anfang zur Disziplin gerufen wird, werden unsere Bemühungen um innere Andacht durch abschweifende Gedanken und Zerstreuung beeinträchtigt werden. Solche Angewohnheiten sind dann schwer zu überwinden. Sie lenken vom Herrn ab und ziehen uns gegen unseren Willen zu irdischen Dingen hin.

Ich glaube, ein Heilmittel dagegen ist, unser Versagen demütig vor Gott zu bekennen. Ich rate Ihnen nich bei solchen Gebeten viele Worte zu machen. Viele Worte und lange Reden bieten ihrem Verstand nur weitere Gelegenheiten, abzuschweifen.

Verharren Sie stattdessen vor dem Herrn. Bleiben Sie vor ihm wie ein armer gebrechlicher Mensch, der vor der Tür eines Reichen sitzt und wartet. Machen Sie es sich zur Aufgabe, Ihre Gedanken ständig auf die Gegenwart des Herrn zu richten.

Wenn Ihre Gedanken gelegentlich abschweifen oder sich vom Herrn entfernen, seien Sie nicht besorgt oder beunruhigt. Sorge und Unruhe lenken den Verstand nur noch weiter von Gott ab, statt ihn zu sammeln. Der Wille muss den Verstand wieder zur Ruhe führen. Wenn Sie so vorgehen, wird der Herr sich Ihrer erbarmen.

Eine Möglichkeit, die Gedanken in der Gebetszeit leicht zu sammeln und in der Ruhe zu bewahren, besteht darin, sie auch zu anderen Zeiten nicht zu weit umherschweifen zu lassen. Richten Sie ihre Gedanken tagsüber gewissenhaft auf die Gegenwart Gottes. Entwickeln Sie die Gewohnheit, sich oft an den Herrn zu erinnern. Je mehr Sie dies tun, desto leichter wird es Ihnen fallen, Ihre Gedanken während der Gebetszeit ruhig zu halten und sie wieder zurückzurufen, wenn sie abschweifen.

Darum wollen wir uns ernsthaft bemühen und füreinander beten.


Quelle:
Leben in Gottes Gegenwart

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Kommentaren (2)

  1. Andreas G.

    Danke Robert, der Post kam gerade richtig. Beschäftigt mich nämlich gerade auch, weil ich mich leider viel zu häufig dabei erwische, dass mir das auch passiert.

  2. christine ott

    Lieber Robert!
    Das kenne ich nur zu gut.Danke fr deinen Post.
    Dazu kommt als Mutter noch oft Unterbrechungen von außen und irgendwann gibt man entnervt auf.
    Mir hilft es da,die Gebete aufzuschreiben.Zum einen muss man sich dann wirklich konzentrieren,zum anderen signalisiert es nach außen,ich schreibe.Ruhe.Ich Sitz nicht nur so da.
    Gott segne dich.Christinr

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