Warum wir vergeben sollten (Teil 2)

Warum wir vergeben sollen 2

Dieses Gleichnis (siehe Teil 1) gehört zu den Gleichnissen, die Jesus nicht erklärt hat. Wenn ich mich aber an die Gleichnisse halte, die er erklärt hat und die Muster, die ich dort sehe auf dieses Gleichnis anwende, dürfte es nicht schwer fallen dieses Gleichnis zu erklären.

Was Gott vergibt

Der König ist Gott. Der schuldige Verwalter, das bin ich, und das bist du. Und die Schuld, die wir auf uns geladen haben ist unermesslich groß. Vielleicht fragst du dich hier: Ist sie wirklich so unermesslich groß?

Nun, wir leben in einer Zeit und Gesellschaft, in der die Sünde verharmlost wird. In unserer Gesellschaft sind und werden immer mehr Dinge normal und nicht schlimm, die in Gottes Augen nicht normal, und ganz schlimm sind. Und wir stehen in der Gefahr davon beeinflusst zu werden. Ich und du, wir stehen in der Gefahr, dass die Sünde ihre Schrecklichkeit für uns verliert. Und damit in der Gefahr, dass die Größe der Gnade, die wir bekommen haben, schwindet.

Gott ist heilig. Das bedeutet, dass er einzigartig ist. Nichts ist ihm gleich. Alles was es gibt in unserem Universum und auch in der geistlichen Welt ist völlig anders als Gott. Gott ist das einzige Wesen, das einzige Objekt im Universum, das nicht geschaffen ist. Alles andere ist geschaffen. Ist durch ihn geschaffen. Alles was es gibt verdankt seine Existenz ihm. Und im Psalm lesen wir, wie alle Schöpfung ihn lobt. Die ganze Schöpfung, die Engel, die Sonne, die Wolken, die Fische und Vögel. Alle erkennen an, dass er die höchste Autorität im Universum ist. Alle.

Außer dem Menschen. Der Mensch sagt, dass alles Zufällig entstanden ist und der Mensch sich durch Evolution aus dem nichts entwickelt hat. Der Mensch sagt, dass es keinen Gott gibt, den er loben soll. Der Mensch richtet sich auf, und sagt: „Wer ist dieser Gott, der mir sagt, was ich tun soll? Ich entscheide selbst, was ich tue und was ich lasse.“

Du magst vielleicht sagen: Warte mal, das habe ich nie gesagt. Ich bin christlich erzogen. Ich habe immer an Gott geglaubt, ich habe nie gefragt, wer dieser Gott ist, und was er mir zu sagen hat.

Ich sage dir was dein Problem ist. Das ist nämlich auch mein Problem. Obwohl wir in unserem Kopf geglaubt haben, dass es Gott gibt und dass er die höchste Autorität hat, haben wir so gelebt, als ob es ihn nicht gibt. Wir haben unseren Willen zur obersten Priorität gemacht und nicht seinen Willen. Wir haben uns an ihm versündigt. Wir haben die Gebote, die er gegeben hat übertreten. Und haben damit Schuld auf uns geladen. Schuld, die zu groß ist, dass wir sie abbezahlen können. Unser Konto ist mit 3 Mrd. im Minus. Und wir haben keine Idee, wie wir das abbezahlen sollen. Und Gottes Zorn steht uns entgegen. Und nur weil wir uns nicht vorstellen können, wie schrecklich es ist in die Hände des lebendigen Gottes zu fallen, nur deshalb leben wir. Denn wenn wir es uns vorstellen könnten, würden wir vor Angst sterben. Zumindest für mich kann ich es sagen, mein Herz würde einfach stehen bleiben vor Angst.

Wie Gott vergibt

Aber Gott findet einen Weg, er sendet seinen Sohn. Er bezahlt dort deine und meine 3. Mrd. Er bezahlt es nicht mit Gold und Edelsteinen. Er bezahlt es mit seinem Blut. Und der König sagt zu dir und zu mir: „Geh heim. Geh in Frieden. Deine Schuld ist dir vergeben. Ich vergesse deine Sünden.“

Er musste es nicht machen. Es ist sein Erbarmen über uns. Es ist seine Gnade. Und wenn du diese Gnade erlebt hast, dann halt mal für einen Moment inne und freue dich über diese Gnade. Freu dich darüber, dass deine Schuld vergeben ist. Danke ihm hier und jetzt , dafür, dass er sich über dich und mich, die wir nichts dafür können, erbarmt hat.

Wenn wir, denen diese große Barmherzigkeit widerfahren ist, selbst nicht barmherzig sind, dann erzeigen wir uns dieser Barmherzigkeit unwürdig. Ich möchte jetzt an den Kontext, in dem Jesus dieses Gleichnis erzählt erinnern. Hier geht es um die Vergebung der Schuld eines Bruders. Es ist der Kontext der Gemeinschaft der Gläubigen. Es ist der Kontext der Gemeinde, der Ortsgemeinde.

Was wir vergeben

Was kann mir ein Bruder oder eine Schwester im Herrn antun, und wie groß ist diese Schuld, verglichen mit der Schuld, die mir vergeben wurde? Und ich kann ihm oder ihr nicht vergeben? Das ist lächerlich.

Die Gottlosen Menschen können wirklich böse Dinge tun. Sie können z.B. eins meiner Kinder entführen und zu Tode quälen. Aber selbst diese Schuld verschwindet, vor der riesigen Schuld, die mir vergeben wurde. Aber hier geht es doch um meine Geschwister. Geschwister im Herrn. Sie können mir doch nichts wirklich böses antun. Oder?

Das sind doch nur Mißverständnisse, unvorsichtiges, unbedachtes Handeln, schlechte und falsche Belehrungen. Und natürlich können solche Dinge weh tun. Vielleicht tun sie manchmal mehr weh, als das was uns die gottlosen Menschen antun. Weil, wenn uns die Wölfe beißen, da rechnen wir damit, und wir können durch die Gnade Gottes damit umgehen. Aber wenn uns die Schafe beißen, und die Schafe können auch beißen, dann tut das besonders weh.

Aber die Frage ist: Können wir das vergeben? Und das können wir! Das können wir sogar 500 mal vergeben. Und das müssen wir vergeben, denn sonst werden wir dem Zorn Gottes nicht entrinnen können.

Wie wir vergeben

Vergeben, das ist so einfach in der Theorie. Und es ist so unendlich schwer in der Praxis. Vielleicht fällt es dir leichter, aber ich weiß von mir, dass ich regelmäßig 2-3 Anläufe brauche um hinzugehen und einen Bruder oder Schwester um Vergebung zu bitten. Ich muss mich demütigen, ich muss bekennen, dass ich nicht richtig gehandelt habe. Ich muss eventuell etwas wieder gut machen. Und ich muss um Vergebung bitten.

Es ist nämlich viel leichter Gras über die Sache wachsen zu lassen. Es auszusitzen. Vielleicht wird er oder sie es ja vergessen.

Und genauso schwer ist es auf der anderen Seite. Jemandem, der mich verletzt hat, frei und offen zu begegnen. Es zu vergeben und zu vergessen. Es ist schwer, weil da ja eine Wunde ist. Eine Wunde, die vielleicht immer noch blutet. Es ist unendlich schwer, das Vertrauen, das zerstört wurde wieder zu fassen. Vor allen Dingen, wenn es wieder und immer wieder zerstört wurde. Es ist schwer, wenn man merkt, dass da etwas zwischen mir und dem Anderen steht, das Gespräch und im Gespräch die Versöhnung zu suchen.

Alle diese Dinge tun wir nicht mit natürlicher Selbstverständlichkeit. Alle diese Dinge kosten uns Überwindung. Aber diese Geschichte lehrt uns, dass wir keine andere Chance haben, als uns zu überwinden und es zu tun. Und sie lehrt uns die Haltung mit der es uns leichter fällt es zu tun. Es sind zwei Dinge:

Schau auf die Schuld, die dir vergeben wurde. 3 Mrd. gegen 5 Tausend.
Schau wie Gott vergeben hat. Er hat dir nicht vergeben weil es ihm danach besser gehen würde. Er hat dir nicht vergeben, weil du es verdient hast. Er hat sich deiner Erbarmt und dir vergeben obwohl du es nicht verdient hast. Lass das deine Haltung sein, wenn du vergibst. Erwarte nicht mehr von deinem Schuldner, als Gott von dir erwartet hat.

Und dann tue das, was du mit allen Dingen tust, die dir schwer fallen. Geh zu Jesus. Bitte ihn, dir zu helfen, das was dir unmöglich scheint zu tun. Und er wird es tun!

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