Wie man Gutes tut

Wie man Gutes tut

Ein Gastbeitrag von meinem Freund Benny Schmitt.


Wer möchte nicht Gutes tun? Schon an kleinsten Kindern zeigt sich, dass sie ihren Eltern Gutes tun möchten. Auch bei Jugendlichen mache ich immer wieder die Beobachtung, dass sie sich Gedanken machen, wie sie Gott gefallen und Gutes tun können. Uns alle eint die Frage: Wie und wo kann ich Gutes tun?

Tatsächlich gibt es unzählige Möglichkeiten, Gutes zu tun. Öffnen wir unser Bewusstsein in diese Richtung, so kommen wir sehr bald zu der vermeintlichen Feststellung, zu wenig Zeit zu haben. Doch bevor du, lieber Leser, auch für dich dieses Ergebnis erzielst, möchte ich dir die Frage nach deinem Motiv vorlegen: „Warum möchtest du Gutes tun?“ Viele Menschen streben danach Gutes zu tun, weil sie meinen, hierdurch selig zu werden, alternativ erhoffen sie sich, dass Gott ihnen ein größeres Maß an Gnade zuteilwerden lässt. Es gibt viele Gründe, warum Menschen Gutes tun möchten, doch eines ist ihnen gemein: Sie möchten ihr altes Leben weiter führen und hoffen, gerecht zu werden, indem sie Gutes tun. Jedoch lesen wir mehrfach in Gottes Wort, dass dies alleine nicht ausreichend ist. Beispielhaft sei Nikodemus angeführt, zum dem Jesus sagen musste:

Wahrlich wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

— JOHANNES 3,3

Gleichzeitig fordern viele Bibelstellen von uns, nach unserer Widergeburt Gutes zu tun, wie etwa Jakobus.

Wer nun weiß, Gutes zu tun, und tut’s nicht, dem ist’s Sünde.

— JAKOBUS 4,17

Folgt nicht aus dem Wissen, dass wir unseren Nächsten so lieben sollen, wie uns selbst, zwangsläufig, dass wir Gutes an unserem Nächsten tun werden? Ja, genau das ist das Geheimnis! Nachdem wir eine neue Kreatur in Christus geworden sind und unseren Nächsten lieben, werden wir ihm Gutes tun. Im sehr lehrreichen Gleichnis vom barmherzigen Samariter zeigt uns Jesus unmissverständlich, wer unser Nächster ist.

An dieser Stelle möchte ich einige praktische Erfahrungen anführen, die ich in meinem Alltag gemacht habe. Zur Ehre Gottes darf ich bezeugen, dass sie mehrfach Erfolg hatten. Doch sei nicht enttäuscht: Manchmal bedeutet Gutes zu tun nicht, damit die Welt zu retten – im Gegenteil sind es meist die kleinen Dinge im Alltag.

Lasst uns Gutes tun, indem wir:

1. Freundlich gesinnt sind:

Oftmals ahnen wir nicht im Geringsten, welche Auswirkungen ein kleines Lächeln auf unsere Umwelt hat. Ein kleines Lächeln oder eine freundliche Gesinnung sind geeignet, auch unsere Mitmenschen zu entzünden. Hieraus fließt ein besonderer Segen.

2. Dinge positiv sehen:

Gerade in der heutigen Zeit der immer intensiveren (virtuellen) Kommunikation überfluten uns Schreckens-, Katastrophennachrichten und Skandalmeldungen. Wie gehen wir damit um? Die Gefahr, diese negative Sicht auf das Geschehen um uns herum zu übernehmen, ist sehr groß. Dabei verkennen wir das Potenzial, genau an dieser Stelle dadurch Gutes zu tun, dass wir das Positive filtern und an unsere Mitmenschen weitergeben.

So debattiert Deutschland aufgrund der ungewohnt hohen Zahl an Flüchtlingen gerade die Frage, wie die Gesellschaft mit ihnen umgehen soll. Kaum berücksichtigt wird hier, dass Flüchtlinge Menschen sind. Menschen, die häufig vor und während ihrer Flucht Schreckliches gesehen haben, durch den grundlosen Verlust geliebter Angehörige für ihr restliches Leben traumatisiert sind und viel gelitten haben. In der Hoffnung, im christlichen Deutschland ein besseres Leben führen zu können, erwartet sie bei ihrer Ankunft von Teilen der Bundesbürger ausschließlich blanker Hass. Lasst uns an dieser Stelle viel Gutes tun; sie mit offenen Armen willkommen heißen und ihnen das wahre Christentum der Liebe Jesu zeigen!

3. Mit Menschen mitfühlen:

Vielerlei Menschen in unserer Gesellschaft sehnen sich nach Mitgefühl und Liebe. Möglicherweise haben wir einen Arbeits- oder Schulkollegen, der in seinem familiären Umfeld lediglich Missgunst erfährt, der weder Mitgefühl noch eine Umarmung kennt. Leihen wir diesem Menschen unser Ohr und schenken ihm etwas Mitgefühl, können wir dadurch so viel Gutes tun.

4. Einen Bettler einladen:

Oftmals begegnen einem Bettler in der Innenstadt herablassende und verachtende Blicke, doch haben wir schon einmal darüber nachgedacht, was derartige Lebensumstände für einen Menschen bedeuten? Der Gedanke daran, was für ein Leben das ist, hat bei mir ein Umdenken bewirkt. Immer wieder rechtfertigen wir unsere fehlende Gebebereitschaft, dass unsere Gabe lediglich den Drogen- und Alkoholabsatz fördere. Doch ist das nicht eine schwache Ausflucht, die auch im Widerspruch mit Jesu Vorbild steht, die armen einer Gesellschaft zu unterstützen? Wir können einen solchen Menschen im Namen Jesu auf einen Hamburger an der Ecke einladen, ihm dabei fünf Minuten zuhören und ihm einige, wertvolle Fragen stellen. Dabei werden wir feststellen, dass dieser Mensch eine reichhaltige Lebenserfahrung besitzt. Sehr bald danach wird er neugierig fragen: „Warum tust du das alles für MICH?!“ Genau das ist die Gelegenheit, ihm in einfachen Worten das Evangelium zu erklären. Meine Erfahrungen lehren mich, dass es der beste Weg ist, wenn wir das heilbringende Wort bildlich erklären und im Idealfall gerade zur Verfügung stehende Gegenstände (z.B. Tassen und Flüssigkeiten) unterstützend heranziehen.

Vielleicht treibt dich die Sorge um, dass das Führen eines solchen Gesprächs dein Vermögen übersteigt. Doch Gott kennt deine Sorgen, darum gibt er dir deine Verheißung in Matthäus 10,19: „Sorget nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es soll euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt.“ Vertraust du hier Gott?

Versuche, diese angefangene Liste mindestens bis Punkt 15 zu ergänzen! Du wirst entdecken, dass es unzählige Möglichkeiten gibt, Gutes zu tun.

Abschließend möchte ich uns noch einen letzten Hinweis mitgeben: Bete für Gelegenheiten, aber warte nicht in deinem gemütlichen Sessel, bis diese Gelegenheiten kommen. Gehe hinaus und bitte Gott, dir die Augen für deine Gelegenheiten zu öffnen. Dieses Gebet wird Gott sofort erhören und dir zeigen, wie und wo du Gutes tun kannst. Habe acht auf dein Motiv! Gutes zu tun, um damit einen höheren Stellenwert bei Menschen zu gewinnen, ist in den Augen Gottes völlig wertlos. Es hat nur dann einen Wert, wenn der Zweck ist, Gott dadurch zu verherrlichen. Hierin liegt noch ein weiteres Geheimnis: Im Dienst Gottes Gutes zu tun, wird dich wachsen lassen und dir Erfahrungen schenken, die dich näher zu Gott bringen.

Lass den Heiligen Geist dein Steuer übernehmen und tue Gutes.

Kommentaren (2)

  1. Juri

    Das sind gute Vorsätze für das neue Jahr!
    Möge Gott diese Arbeit segnen und viele neue Gedanken geben!!

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