Die Gaben Gottes

Die Gaben Gottes

Es sind der Gaben auf Erden viel,
Obwohl nicht jede uns bringt zum Ziel.
Ein mancher Mensch hat viel erworben
An Ehre, Bildung und an Geld,
Und ist dabei doch arm gestorben,
Verließ gar spurlos diese Welt.
Er war bestrebt, so viel zu schaffen,
Und war zu geizig um zu ruhn,
Zufrieden war er nie im Raffen,
Im Treiben, Jagen und im Tun.
Du armer Mensch, die besten Gaben
Sind nicht auf diese Art zu haben!

Ein reines Herz mit seinem Frieden
Ist wenigen beschieden
Und ist dabei das höchste Gut
In diesem Erdenleben,
Geschenkt uns durch des Heilands Blut,
Aus Gnade uns gegeben.
Das Herz muss rein bewahret werden
Durch ganze lange Leben hin.
Dann fühlt es Gottes reichen Segen
Und handelt auch nach Gottes Sinn.
Ein solches Herz voll Liebe haben
Ist wahrlich eine Himmelsgabe.

Ein Herz voll Lieb, Barmherzigkeit
Stillt manchen Kummer, manches Leid,
Wer kann den Preis der Liebe schätzen,
Wenn Barmherzigkeit sie übt?
Wenn Liebe quillt aus reinem Herzen,
Ja, wenn sie unaussprechlich ist?
Wenn sie das nächsten Notdurft stillet
Und lebt für andre nur allein.
Wo solche Lieb das Herz erfüllet,
Da mags wahrscheinlich himmlisch sein.
Wohl denen, die’s erfahren haben
Die Wunderkraft der Gottes Gaben

Ein Herz, das frei von Zank und Neid,
Das wird bewahrt vor üblem Streit.
Wer sich von ganzem Herzen freut,
Wenn es dem Nächsten besser geht.
Ja, wer für andre Blumen streut
Und selbst gern im verborgnem steht,
Wer selber sich kann überwinden,
Auch wenn es oftmals heftig schmerzt,
Der wird den süßen Frieden finden
Von Gott gepflanzt in sein Herz
Und kann vor Gott und Menschen sagen,
Dass dieses sind nur Gottes Gaben.

Ein sanftes Herz an Demut reich
Ist einem Gottesgarten gleich,
Wo man die Frucht des Geistes trifft
In aller Füll und Wonne.
Da wohnet Gott im hellen Licht,
Der ewgen Wahrheitssonne.
Wem solch ein Herz bescheret ist,
von Stolz und Hochmut frei,
Der ist ein echter wahrer Christ
Im Dienst des Heilands treu.
Dem wird in seinen Lebenstagen
Der Segen durch die höchsten Gaben.

— EDMUND HÄGELE, 1975

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