Wie man Liebesbriefe liest

Wie man Liebesbriefe liest

Du hast vielleicht schon mal den Hinweis bekommen, dass die Bibel ein Liebesbrief von Gott an dich ist. Und dass du sie auch wie einen Liebsbrief lesen solltest. Und dann hast du die Geschlechtsregister in 2. Chronik gelesen und hast dich gefragt, wie man einen Liebesbrief liest.

Vielleicht warst du noch nie verliebt, oder du warst verliebt, hast aber nie einen Liebsbrief erhalten. In unserem Zeitalter der digitalen Kommunikation, ist es nämlich sehr unwahrscheinlich, dass du jemals einen Liebesbrief erhalten hast. So, wie liest man denn eigentlich einen Liebsbrief?

In dem Buch „Bibellesen mit Gewinn“ (Ein Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann) zitiert Howard Hendricks die Werbung für das Buch „Wie man ein Buch liest“ von Mortimer Adler (auch ein Buch, das ich uneingeschränkt empfehlen kann). Und das gibt uns, modernen Menschen einen Einblick, wie in den vergangenen Jahrhunderten die Liebesbriefe gelesen wurden.

Die Werbung zeigte einen verwirrten jungen Mann beim sorgfältigen Studieren eines Briefes. Darunter stand folgender Text.

Dieser junge Mann hat gerade einen Liebesbrief bekommen. Er hat ihn vielleicht schon drei- oder viermal gelesen, aber er steht noch ganz am Anfang. Um ihn so intensiv zu studieren, wie er es gerne möchte, bedarf es wohl einiger Wörterbücher und eine Menge Arbeit unter Mithilfe einiger Experten der Etymologie und Philologie.

Aber er wird es wohl auch ohne sie schaffen.

Er wird über die Bedeutung eines jeden einzelnen Wortes oder Satzzeichens genau nachdenken. Sie hat den Brief mit „Lieber John“ begonnen. Was wird er sich fragen, ist wohl die genaue Bedeutung dieser Worte? Warum traut sie sich nicht, „Liebster“ zu sagen? Weil sie schüchtern ist? Würde „Mein Lieber“ etwas zu förmlich klingen?

Vielleicht würde sie „Lieber Soundso“ auch zu jedem anders sagen!

Ein besorgtes Stirnrunzeln erscheint auf seinem Gesicht. Aber es verschwindet wieder, sobald er über den ersten Satz nachzudenken beginnt. Sie würde so etwas bestimmt nicht irgend jemanden schreiben!

Und so arbeitet er sich durch den ganzen Brief hindurch, fühlt sich einen Moment im siebten Himmel und im nächsten jämmerlich in sich zusammengesunken. Hundert Fragen kommen ihm in den Sinn. Er könnte den ganzen Brief auswendig zitieren. Und das wird er auch tun – sich selbst – Wochen später noch.


Wenn jeder mit der annähernd gleichen Konzentration Bücher lesen würde, wären wir längst eine Rasse von geistigen Riesen.

Hendricks schreibt dazu: „Wenn wir mit dem gleichen Engagement unsere Bibel lesen würden, wären wir längst eine Rasse von geistlichen Riesen.“

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