7 Zeichen von verstecktem Stolz

7 Zeichen von verstecktem Stolz

Stolz wird dich töten.

Ewig töten. Stolz ist die Sünde, die dich daran hindert nach einem Retter zu rufen. Die Gesunden halten nicht Ausschau nach einem Arzt.

Stolz ist nicht nur gefährlich, er ist auch schwer zu entdecken. Wenn wir unserer Herzen prüfen, dann fällt es gerade denen, die von der Krankheit des Hochmuts befallen sind, extrem schwer den Stolz im eigenen Herzen zu finden. Stolz infiziert deine Augen. Du betrachtest dich selbst durch eine Linse, die die Realität verzerrt und ihr einen Farbstich verleiht. Stolz lässt deine Sünden, die unreinen Motive, aus denen deine Handlungen gespeist werden, nicht abstoßend und eklig erscheinen, sondern edel und lobenswert.

Wenn du keine Kämpfe mit Stolz hast, heißt das noch lange nicht, dass du keinen Stolz in deinem Herzen hast. Du kannst ihn bloß nicht sehen. Die schönen Momente, wo du dir auf die Schulter klopfst dafür, dass du es so gut geschafft hast, sind die Momente, in denen in deinem Kopf ein Alarm losgehen sollte. Du brauchst die Brille der Demut Christi. Du musst dich daran erinnern, dass in deinem Fleisch nichts gutes wohnt und dein Herz durchforschen, um den versteckten Stolz, oder wenigstens seine Symptome zu finden.

In seinem Essay über den unentdeckten Stolz zeigt Jonathan Edwards 7 Symptome dafür, dass du mit Stolz infiziert bist.

1. Fehler suchen

Der Stolz filtert in unserer Wahrnehmung das Böse, das in uns liegt. Und genau so filtert er auch die Güte Gottes in Anderen. Wir sieben das, was sie sagen und tun und maßen uns sogar zu daraus zu schließen, was sie denken. Und das was in dem Sieb des Stolzes bleibt, das was wir von Ihnen wahrnehmen, sind ihre Fehler.

Wenn ich im Gottesdienst sitze und über das Wort, das gelesen und gepredigt wird nachdenke, dann ist es der Stolz, der mich bewegt das Arbeiten des Geistes an meiner Seele zu überspringen und in meinem Kopf die Grobstruktur eines Blogbeitrags zu verfassen für Leute die das wirklich dringend hören müssen.

Der geistlich stolze Mensch zeigt sich in dem Finden der Fehler bei anderen Heiligen. … Der wirklich demütige Christ hat so viel daheim zu tun und sieht so viel böses in sich, dass er sich nicht mit den Herzen der Anderen beschäftigt.

— JONATHAN EDWARDS

2. Ein harter Geist

Diejenigen, die die Krankheit des Hochmuts in ihren Herzen haben, sprechen von den Fehlern der Anderen mit Verachtung, Irritation, Frustration oder Verurteilung. Stolz kauert in der Verharmlosung der Kämpfe der Anderen. Er hockt in unseren Witzen über die Macken unserer Freunde. Er kann sogar in unseren Gebeten lauern. Dann nämlich, wenn wir verärgert Gott darum bitten unsere Freunde und Geschwister zu verändern, weil ihr Verhalten nicht unserer Erwartung entspricht und uns irritiert.

Christen, die auch nur Erdenwürmer sind, müssen einander wenigstens mit so viel Demut und Güte behandeln, mit der Christus sie behandelt.

— JONATHAN EDWARDS

3. Oberflächlichkeit

Wenn Stolz in unseren Herzen wohnt, macht uns das, wie die Anderen uns wahrnehmen viel mehr Sorgen, als das wie es wirklich in unserem Herzen ist. Wir bekämpfen die Sünden, die einen Einfluss darauf haben, wie die anderen uns sehen. Und wir machen Frieden mit den Sünden, die niemand sieht. Wir haben großen Erfolg in den Bereichen der Heiligkeit die für alle gut sichtbar sind, aber sorgen uns wenig um die Dinge, die im Geheimen geschehen.

4. Verteidigungshaltung

Diejenigen, die allein durch die Kraft der Gerechtigkeit Christ stehen, finden darin einen sicheren Halt in allen Angriffen und Anfechtungen, mögen sie von Menschen oder Satan selbst ausgehen. Wahre Demut wird nicht aus dem Gleichgewicht in eine Verteidigungshaltung geworfen, wenn wir getadelt oder zurechtgewiesen werden. Stattdessen vertraut sie die Seele dem treuen Schöpfer und bleibt dabei Gutes zu tun.

Deshalb wird der demütige Christ, je mehr die Welt gegen ihn ist, desto mehr ruhiger und stiller, außer in seinem Kämmerlein, dort wird er nicht ruhig bleiben.

— JONATHAN EDWARDS

5. Fehlende Gottesfurcht

Demut kommt vor Gott mit demütiger Gewissheit in Christus Jesus. Wenn entweder das demütig oder die Gewissheit in der Gleichung fehlen, kann es sehr gut sein, dass unsere Herzen mit Stolz befleckt sind.

Manche von uns haben kein Problem mit großer Kühnheit Gott anzurufen und große Dinge von ihm zu fordern. Aber wenn wir nicht vorsichtig sind, können wir vergessen dass er Gott ist. Andere fühlen gar keine Gewissheit, wenn sie vor Gott stehen. Sie trauen sich gar nicht zu bitten und sagen vielleicht: „Herr, dein Wille geschehe“. Sie bitten, glauben aber nicht wirklich, dass Gott antwortet und hilft. Und das könnte ein anderes Symptom für den Stolz sein. In solchen Momenten bezeugt unsere Haltung unseren Unglauben. Wir glauben, dass das Problem größer ist als der Schöpfer, dass unser Sünde größer ist als die Gnade. Wir zweifeln an der Macht des Blutes Christi. Wir schauen auf uns, und nicht auf Ihn.

Manche haben in ihrer großen Freude for Gott die Regel in Psalm 2,11 nicht ausreichend beachtet.

Dient dem HERRN mit Furcht, und frohlockt mit Zittern

— JONATHAN EDWARDS

6. Hunger nach Aufmerksamkeit

Stolz ist hungrig nach Aufmerksamkeit, Respekt und Anbetung in allen seinen Formen.

Manchmal ist es das schamlose Prahlen. Manchmal die Unfähigkeit „nein“ zu sagen, weil wir es wollen, dass andere uns brauchen. Manchmal ist es das verzweifelte Verlangen nach Ehe — oder die Fantasien über eine bessere Ehe — weil wir verehrt und auf Händen getragen werden wollen. Manchmal ist es der Wunsch nach einem schickerem Auto oder einem besserem Titel auf der Arbeit, nur um Ehre von anderen Menschen, und nicht von Gott zu bekommen.

7. Andere vernachlässigen

Stolz bevorzugt bestimmte Leute vor Anderen. Er ehrt solche, die die Welt als Ehrenwert erachtet.Er legt mehr Gewicht auf ihre Worte, ihre Bedürfnisse und ihre Wünsche. Da ist eine freudige Erregung, die mich durchzieht, wenn einer der „Mächtigen“ mich anerkennt. Und bewusst oder unbewusst gehe ich an denen vorbei, die schwach, unbequem, unattraktiv sind, weil sie mir nicht so viel bieten können.

Vielleicht haben doch mehr von uns mit Stolz zu kämpfen als wir gedacht haben.

Da gibt es eine gute Nachricht für die Hochmütigen. Bekenntnis des Stolzes markiert den Anfang vom Ende des Stolzes. Es zeigt, dass der Krieg im Grunde gewonnen ist. Denn nur wenn der Geist Gottes uns bewegt und uns demütigt, können wir die Linse des Stolzes von unserem Auge entfernen und uns selbst klar sehen. Nur dann können wir unsere Krankheit erkennen und die Heilung suchen.

Durch die Gnade Gottes können wir uns wieder dem herrlichen Evangelium zuwenden. Wir machen Christus und seine Gnade groß, in dem wir all unseren Stolz in all seinen versteckten Plätzen in uns anerkennen, bekennen und um Vergebung bitten. So wie mein versteckter Stolz mich dem Tode näher gebracht hat, bringt mich das Bekennen meines Stolzes näher zum Leben, in dem es mich immer stärker an die Gerechtigkeit Christi klammern lässt.

Erforsche mich, o Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich es meine; und sieh, ob ich auf bösem Weg bin, und leite mich auf dem ewigen Weg!

— PSALM 139,23-24

 


Frei übersetzter Artikel „Seven Subtile Symptoms of Pride“ von Fabienne Harford, der auf www.desiringgod.org erschienen ist.

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Kommentaren (2)

  1. christine ott

    Lieber Robert!
    Das ist ein super Artikel.
    Danke dafür.
    Gott segne dich

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