Was ist die frohe Botschaft für die Geretteten?

Das Evangelium für Christen auf werden-wie-Jesus.de

Das war ein unglaublich wunderbarer Tag, als ich verstanden habe, dass das Evangelium nicht nur die frohe Botschaft für meine verlorenen Arbeitskollegen und Nachbarn ist, sondern genau so, eine frohe Botschaft für mich. Für mich als ein gerettetes Kind Gottes. Vielleicht geht es dir ähnlich. Du siehst im Evangelium die Botschaft, die du anderen verkündigst. Aber es ist eine Botschaft für dich. Eine Botschaft, die du immer wieder hören und verstehen musst. Eine Botschaft, mit einem großen Auftrag an dich.

Wir sind Staub

Das Evangelium fängt mit Gott an. Er ist allmächtig, allwissend, allgegenwärtig. Wir sind das alles nicht.

Er weiß, was für ein Gebilde wir sind; er denkt daran, dass wir Staub sind.

— PSALM 103,14

Wenn ich zu ihm Bete, dann weiß Er, dass ich aus einem von der Erde zusammengekratztem Häufchen Staub geschaffen bin. Und es ist gut, dass ich das auch weiß, wenn ich zu ihm bete. Er wollte es nämlich von Anfang an so haben. Er wollte nicht, dass ich ein Superman bin. Er wollte mich klein, begrenzt, zerbrechlich und schwach haben. Und das war sein guter Wille für mich.

Es ist dieser krasse Gegensatz der uns immer wieder berühren sollte. Alle Macht und Herrlichkeit liegt in Ihm. Wir sind im besten Fall ein Abglanz dieser Herrlichkeit. Ein kleiner, schwacher Abglanz. Und obwohl wir gerade am Sonntag vormittag gern „glänzen“, täuscht das nicht über diese eine Tatsache hinweg: Wir sind schwach.

Wir sind belastet

Die schwere Last unserer Sünde ist am Kreuz von Golgatha in die Tiefe der Meere versenkt worden. Doch das Leben der Erlösten ist keine Kreuzfahrt ins Blaue. Es ist eher ein Schlachtfeld. Die Bibel lehrt, dass uns der Kampf verordnet ist. Das Anfechtungen und Versuchungen immer auf unserem Weg sein werden. Jesus sagt uns:

Dies habe ich zu euch geredet, damit ihr in mir Frieden habt. In der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden!

— JOHANNES 16,33

Wir leben in einer verdorbenen Welt. Die Menschen um uns herum sind verdorben. Unsere eigene Natur ist verdorben. Die Sünde sucht mit aller Macht Eingang in unser Leben. Das bedeutet, dass Kampf und Bedrängnis, Herzschmerz und Krankheiten, Versuchungen und Ängste und manches andere mehr, mir als Christ nicht erspart bleibt. Und wird dir auch nicht erspart bleiben. Jeder von uns hat sein Paket in diesem Leben zu tragen. Wir sind schwach und wir sind belastet.

Gott will uns helfen

Gott weiß, dass wir schwach sind. Er weiß um jedes Problem, das ich habe. Und auch deine Kämpfe kennt er, deine Tränen hat er alle gezählt. Er kann und er will uns durch all das führen und wenn wir nicht mehr können, uns tragen. Er hat es uns verheißen.

Wirf dein Anliegen auf den Herrn, und er wird für dich sorgen; er wird den Gerechten in Ewigkeit nicht wanken lassen!

— PSALM 55,23

In Zeiten, wo du zur Sünde versucht wirst, denke an das Wort aus dem 1. Korintherbrief.

Gott aber ist treu; er wird nicht zulassen, dass ihr über euer Vermögen versucht werdet, sondern er wird zugleich mit der Versuchung auch den Ausgang schaffen, sodass ihr sie ertragen könnt.

— 1. KORINTHER 10,13

Es gibt noch viele andere Verheißungen die ich zitieren könnte, muss ich aber nicht machen, denn der Sinn wird derselbe bleiben. Gott erkennt unsere Schwachheit an. Und er verspricht uns, dieser Schwachheit mit seiner unendlichen Kraft zu begegnen. Wir sind schwach, wir sind belastet, aber Gott will uns helfen.

Wir sind versucht es selbst zu schaffen

Trotz unserer Schwachheit, trotz der Tatsache unseres Versagens sind wir ständig versucht die Hilfe bei uns selbst zu suchen. John Piper hat mal gesagt: „Stolz, Überheblichkeit und das Vertrauen auf eigene Kraft ist der eine Virus, der die Ursache für all die moralischen Seuchen ist. Das ist schon immer so gewesen, seit Adam und Eva von dem Baum der Erkenntnis gegessen haben, weil sie Gott sein, und nicht Gott vertrauen wollten. Und das wird immer so bleiben, bis der letzte Ausbruch des menschlichen Stolzes in der Schlacht von Armageddon zerschlagen wird. Es gibt nur eine grundlegende moralische Frage: Wie können wir den gnadenlosen Drang des menschlichen Herzens, sich gegen die Autorität und Gnade Gottes durchzusetzen, überwinden?“

Du kannst das Vertrauen auf eigene Kraft in deinem Leben auf zwei Weisen erkennen: Du legst deine Lasten nicht vor Gott im Gebet nieder. Du bringst deine Lasten nicht den Geschwistern. In beiden Fällen versuchst du dir selbst einzureden, dass du es schon alleine schaffst. Du glaubst, dass du genug Kraft hast um das durchzustehen.

Wir sind schwach, wir sind belastet, Gott will uns helfen aber wir sind versucht es selbst zu schaffen.

Geteiltes Leid ist halbes Leid

Wenn wir bereit sind, unsere Selbstständigkeit los zu lassen, entdecken wir, dass Gott eine wunderbare Lösung hat. Er bietet eine Möglichkeit an unsere Lasten leichter zu machen. Sehr oft beantwortet Gott unsere Gebete und erfüllt seine Verheißungen durch die Geschwister in unseren Ortsgemeinden. Gott erwartet, dass wir mit einander über unsere Kämpfe, Schmerzen und Ängste sprechen und gemeinsam darauf reagieren. Deshalb schrieb Paulus den Galatern:

Einer trage des anderen Lasten, und so sollt ihr das Gesetz des Christus erfüllen!

— GALATER 6,2

Unsere Gemeinde sollen davon geprägt sein, dass wir unsere Lasten teilen und tragen. Dazu müssen unsere Gemeinden von Demut geprägt sein, davon, das der einzelne eingesteht, dass er es nicht schafft, allein durch’s Leben zu gehen. Sie müssen von Verwundbarkeit geprägt sein, als solche, die sich den anderen öffnen und ihren Rat und Hilfe suchen. Und sie müssen von gegenseitiger Wahrnehmung geprägt sein, vom Beobachten der Geschwister um uns herum und vom Fragen, wie wir ihnen in den Prüfungen des Lebens helfen können.

Obwohl wir schwach sind und manche Last tragen, suchen wir die Hilfe bei uns selbst, aber Gott hat verheißen uns zu helfen und oft tut er es durch die Gemeinschaft seiner Kinder.

Was du tun kannst

Das führt uns zur Erkenntnis, dass wir alle zum Lastentragen berufen sind. Piper sagt: „Hier ist eine Berufung, die dir mehr Befriedigung gibt, als wenn du zehnmal Millionär wirst: Entwickele die außerordentliche Fähigkeit die Lasten anderer zu bemerken und gib dich täglich der Aufgabe hin, sie leichter zu machen.“ Mach sie leichter durch Gebet. Mach sie leichter durch geschickte Auslegung und Anwendung des Wortes Gottes. Mach sie leichter, einfach durch deine Gegenwart. Sieh es als deine Berufung, die Lasten deiner Brüder und Schwestern zu sehen und zu tragen. Es gibt keinen Ruf der Höher ist als dieser.

Aber es gibt noch mehr. Du bist nämlich auch verpflichtet deine Lasten mit deinen Geschwistern zu teilen. Demütige dich, bitte sie um Hilfe.


Inspiriert durch einen Artikel von Tim Challies

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Kommentar (1)

  1. Eugen Schneider

    Ein wunderbarer und gesegneter Artikel, Gott segne dich und deine Familie Robert !

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