Untertan sein – aber richtig!

Untertan sein aber richtig

In letzter Zeit höre ich öfter: „Ihr Jüngeren, seid untertan den Ältesten!“ aus 1. Petrus 5,5. Und die Auslegung und Anwendung dieser Worte, geht etwa so: „Die Jugend muss ihren Platz in der Gemeinde kennen. Sie muss den Ältesten gehorchen. Muss die Autoritäten anerkennen und sich unter ihre Weisungen beugen. Die Fragen nach dem biblischen Grund für diese Weisungen sind gefährlich und führen in die Irre.“ Da ich mich zu der Jugend zähle machen mir solche Worte Angst. Deshalb habe ich mich hingesetzt und geschaut, was denn alles in 1. Petrus 5,5 steht. Ich möchte hier aber nicht alles was ich dort gefunden habe ausbreiten, sondern nur ein einziges Wort betrachten.

Untertan

Dieses Wort wird häufig mit der Vorstellung gebraucht „jemandes Willen völlig unterworfen sein“. Mit diesem Wort sollen wohl alle, die unterhalb der Ältestenschaft stehen im Allgemeinen und die Jugend im Besonderen zu Untertanen gemacht werden. Zu kritiklosen, ergebenen und loyalen Schäfchen, die ihren Kopf schön unten halten. Die nicht mal nach links und rechts schauen dürfen.

Aber so hat Luther das nicht gemeint. Er sieht den Christen als dienstbaren Knecht, als Sklaven. Und nicht nur als Sklaven Gottes, sondern auch als Sklaven der Menschen. Dabei steht für ihn aber nicht den Gehorsam und schon gar nicht den Kadavergehorsam der Jesuiten im Vordergrund. Für ihn steht hier die Verpflichtung zu dienen, die ein Sklave aufweisen sollte im Vordergrund. Als Grundlage nimmt er die Stelle

Seid niemand etwas schuldig, außer dass ihr einander liebt; denn wer den anderen liebt, hat das Gesetz erfüllt.

— RÖMER 13,8

„Untertan“ bedeutete für Luther also die Verpflichtung aus Liebe zu Gott und zu dem Nächsten zu dienen. Für uns als Jugend bedeutet es, dass wir die Geschwister höher achten sollen als uns selbst. Dass wir bereit sind ihnen zu dienen. Dass wir danach Ausschau halten sollen, wie wir Ihnen helfen oder gutes tun können.

So bestehet nun in der Freiheit, zu der uns Christus befreit hat, und lasset euch nicht wiederum in das knechtische Joch fangen.

— GALATER 5,1


Inspiriert durch das Traktat „Von der Freiheit eines Christenmenschen“
Hier auf Projekt Gutenberg
http://gutenberg.spiegel.de/buch/martin-luther-sonstige-texte-270/6

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