Eine Geschichte über den Glauben

Eine Geschichte über den Glauben auf Werden wie Jesus

Bruder G. aus A. in Tadschikistan ist unterwegs um die Geschwister in K. in Nordkasachstan zu besuchen. Es ist Ende November 1971. Er ist bei moderaten 18°C losgefahren. Jetzt, den fünften Tag unterwegs ziehen verschneite Landschaften am Fenster seines Wagons vorbei. Er trinkt den letzten Schluck Tee aus seinem Glas und zieht seinen Mantel an. Er ist schon fast am Ziel. Der Zug kommt in der Stadt Z. an. Bis nach K. sind es von hier aus nur noch 60 km.

Bruder G. hat seinen Besuch nicht angekündigt. Am Bahnsteig wartet deshalb keiner auf ihn. Er geht durch die kalte Bahnhofshalle und steht auf der Straße vor dem Bahnhof. Im Zeitalter von Whats App, Google Maps und Wetter Apps können wir uns nicht mehr vorstellen, wie die Leute damals so reisen konnten. Aber sie sind so gereist. Sie haben nicht ihr Handy, sondern die Leute gefragt. Und so hat Bruder G. eine halbe Stunde später einen LKW-Fahrer gefunden, der an K. vorbeifährt und ihn mitnehmen kann.

Nach etwa einer Stunde Fahrt über die holperige Landstraße hält der Fahrer an. Er zeigt mitten ins weiße Nirgendwo. „Siehst du den Rauch?“ Tatsächlich, in der Ferne steigen mehrere weiße Rauchsäulen in den Himmel und verraten eine menschliche Ansiedlung. „Das ist K. Durch den Schnee bist du in zwei Stunden da.“ Bruder G. bedankt sich, steigt aus dem Auto und stiefelt los.

Und dann, als er die Dächer der Häuser schon recht deutlich erkennen kann, steht er plötzlich vor einem Fluss. Davon hat ihm der LKW-Fahrer nichts gesagt. Der Fluss ist zugefroren. Schnee liegt darauf. Wie lange steht der Frost? Ist das Eis dick genug?Darüber haben sie mit dem Fahrer gar nicht gesprochen.

Er geht zum Fluss hinunter. Tritt vorsichtig auf das Eis. War da ein Knacken? Er geht zurück und überlegt. Dann legt er sich flach auf das Eis, um das Gewicht auf möglichst viel Fläche zu verteilen und fäng an zu kriechen. Er ist bei der Hälfte angekommen. Schweißperlen stehen ihm auf der Stirn. Wenn er jetzt einbricht, dann zieht ihn die Strömung unter das Eis und den Schnee.

Dann hört er von der Seite des Dorfes ein Motorgeräusch. Ein Trecker. Hat ihn jemand gesehen und kommt jetzt herüber um ihm zu helfen? Er bleibt im Schnee liegen. Der Trecker kommt näher. Wenn sie ihm ein Seil rüberwerfen dann können sie ihn rüberziehen. Und selbst wenn er einbrechen sollte, können sie ihn herausziehen und mit dem Trecker sind sie schnell im Dorf. Da gibt es einen warmen Ofen. Und Tee. Er liegt und lauscht. Und dann sieht er wie der Trecker etwa hundert Meter rechts von ihm die Böschung runterfährt über das Eis fährt und auf der anderen Seite sich hoch durch den Schnee frisst und weiterfährt.

Bruder G. springt augenblicklich auf und schlägt sich den Schnee vom Mantel. Wenn das Eis dick genug ist den Trecker zu tragen, dann ist es wohl stark genug ihn zu tragen. Er läuft über das Eis und sitzt eine Stunde später in der Stube der freudig überraschten Geschwister und erzählt lachend von seinem Abenteuer auf dem Fluss.

Du und ich, wir können aus dieser Geschichte etwas Wichtiges über den Glauben lernen.  So wie es für den Bruder G. nicht darauf angekommen ist, wie gut er über das Eis kriechen kann, sondern darauf, wie dick das Eis unter seinen Füßen war, so kommt es nicht auf unsere Fähigkeit zu glauben an, sondern auf den, an den wir glauben.

Er, der Anfänger und Vollender des Glaubens. Er, der das Universum mit all seinen Geheimnissen geschaffen hat und es erhält. Er, der nie gelogen hat und alle Verheißungen erfüllt hat. Wenn dein Glaube geprüft wird, schau nicht auf Dich. Schau auf Christus!

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Kommentar (1)

  1. Ich danke Ihnen für die biblische Ermutigung.

    While I was reading the I thought of Peter on the sea. When he looked at the awesome waves, he became afraid and sank. It is the same lesson. See upon him.

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