Bist du ein guter Pharisäer? (mit Test)

Bist du ein guter Pharisäer a

Bist du ein guter Christ?

Ich glaube, dass es keine guten Christen gibt. Christen sind Menschen, die im Blut des Lammes rein gewaschen sind. Diejenigen, deren Sünden vergeben und deren Schuld bedeckt ist. Durch den, nach dem sie genannt sind. Es gibt keine zwei Klassen von ihnen, es gibt nicht gute und sehr gute Christen. Nein! Christen sind kleine, schwache, fehlbare Menschen, die jeden Tag der Gnade Gottes bedürfen. Sie erheben jeden Tag den Blick zu dem, der Anfänger und Vollender ihres Glaubens ist. Sie klammern sich jeden Tag an den, der für sie gestorben und auferstanden ist.

Der Versuch ein guter Christ zu werden, der Versuch unsere „Performance“ auf dem geistlichem Gebiet messbar und vergleichbar zu machen ist unbiblisch. Und er ist gefährlich. Wir werden damit nicht gute Christen, sondern nur gute Pharisäer. Ich habe vor einigen Jahren, als ich mich mit diesem Thema beschäftigt habe, den „Guter Pharisäer-Test“ entworfen. Die Frage, die du für jeden Eintrag in diesem Test beantworten musst ist: Ist das bei mir so? Und wenn ja, kannst du einen Haken für diesen Eintrag machen. Es sind genau 100 Fragen. Die Ergebnisauszählung ist deshalb ganz einfach. Du zählst die Haken und weißt wie viel Prozent das ist.

Mein Score bei diesem Test wird von Jahr zu Jahr schlechter. Aber das macht mir keine Sorgen. Ich habe es aufgegeben ein guter Pharisäer sein zu wollen.

Natürlich sind viele Punkte in diesem Test gut und richtig. Problematisch wird es erst, wenn du diese Dinge suchst, um einen Haken dahinter machen zu können. Wenn du insgeheim stolz bist, dass du sie erfüllst und auf Geschwister herab schaust, die es nicht erfüllen. Die zentrale, die eigentliche Frage hinter dem Test ist die: Steht Christus vor oder hinter diesen Dingen? Verschwimmen diese Fragen im Hintergrund, wenn du Ihn betrachtest? Oder verschwindet er im Hintergrund, wenn du die Fragen betrachtest?

Einige dieser Fragen sind sehr stark auf meinen Erfahrungshorizont in unserer Gemeinde gemünzt. Vielleicht verstehst du nicht was das genau ist und warum das hier steht. Du hast die Freiheit sie gegen Punkte, die bei euch in der Gemeinde wichtig sind, auszutauschen.

Hier geht es jetzt zum Test
Guter Pharisäer Test

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Als Ida den Artikel korrigiert hat, sagte sie zu mir: „Boy, you are in trouble!“ „Wenn das hier erscheint, hast du ein Problem.“ Und dann stellte sie die genau richtige Frage: „Warum machst du das? Was willst du damit erreichen?“ Ich liebe sie für diese Fragen.

Ich habe ein größeres Problem, wenn dieser Artikel nicht erscheint. In mir brennt eine große Sorge. Ich beobachte schon über Jahrzehnte, dass Geschwister, dass Menschen, die gerettet, erlöst und wiedergeboren sind, in den Gemeinden wie Aussätzige behandelt werden, wenn sie bei diesem Test durchfallen, also weniger als 50% erreichen. Sie werden aus den Ämtern in der Gemeinde ausgeschlossen. Es wird viel häufiger über sie, als mit Ihnen gesprochen. Sie werden öffentlich gedemütigt. Obwohl keiner nachweisen kann, dass sie in Sünde leben, unterstellen einige Geschwister diesen armen Menschen in fast allem was sie tun unreine Motive. Und wenn sie aufgeben und die Gemeinde verlassen, wird völlig aus dem Zusammenhang 1. Johannes 2,19 zitiert. Und manche in der Gemeinde fühlen sich in all dem gottlosen Handeln bestätigt.

Ich habe mehrfach miterlebt, wie Menschen durch dieses Verhalten in ihrem Glaubensleben Schiffbruch erlitten haben. Und ich habe Buße getan, dafür dass ich da mitgemacht habe. Dafür dass ich nicht aufgestanden bin und einen Unterschied ausgemacht habe. Dass ich Ihnen nicht beigestanden bin, sie nicht ermutigt habe, die Wunden, die Ihnen geschlagen wurden nicht verbunden habe. Obwohl ich Mitleid hatte, bin ich an ihnen vorbei gegangen, wie der Pharisäer und der Levit, an dem vorbeigegangen sind, der unter die Räuber gefallen ist. Sie haben nichts von diesem Mitleid gesehen und haben sich elend, allein und ungeliebt gefühlt.

Und ich beobachte Geschwister, die bei diesem Test gut sind, sie erreichen mehr als 80%. Sie bekommen eine ganz andere Behandlung. Sie werden mit Liebe überschüttet. Die Geschwister sehen nachsichtig über ihre Fehler hinweg. Sie werden ermutigt und öffentlich gelobt. Ihnen wird Verantwortung übertragen. Und wenn sie in Schwierigkeiten sind, gibt es viele Hände die helfend mit anpacken. Und sie verstehen gar nicht, wie jemand behaupten kann, dass er nicht geliebt wird.

Diese Verhalten legen wir an den Tag und denken wahrscheinlich nicht oft darüber nach. Ich habe mit vielen jungen Leuten gesprochen, das ist kein singuläres Problem. Es scheint ein übliches Verhalten in Gruppen von Menschen zu sein, dass dort ein innerer Kreis gezogen wird und die Gruppe in zwei Klassen geteilt wird. In vielen Gemeinden ist dieses Verhalten den Geschwistern nicht bewusst. Und das macht mir zwei große Sorgen.

Erstens. Wir machen uns schuldig an lebendigen, an ewigen Seelen. Es sind nicht die, die offensichtlich sündigen, die wir aus unserer Gemeinschaft verdrängen. Es sind Errettete, es sind Menschen, für die Christus sein Blut vergossen hat. Ihr einziger Fehler ist, dass sie nicht alle geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze der Ortsgemeinde beachten. Dass sie nicht gut darin sind die Aufsätze der Ältesten einzuhalten. Mit unserem Verhalten werden wir Ihnen ein Anstoß zur Sünde. Lies doch bitte Matthäus 18,6-11.

Zweitens. Wir richten eine zwei Klassen Gesellschaft in der Gemeinde auf. Vielleicht ist es auf den ersten Blick kein Problem. Der aber, der die Kirchengeschichte kennt, weiß, dass genau das einer der Wegsteine in der Entwicklung der katholischen Kirche war. Und ich habe schon Sorge, dass wenn wir das nicht ändern, meine Urenkel die heilige Mutter Gottes anbeten werden.

Das ist mein Antrieb den „Guter-Pharisäer-Test“ zu veröffentlichen. Nutzt ihn bitte nicht dazu, um ihn anderen Leuten unter die Nase zu reiben und zu zeigen, dass sie Pharisäer sind. Prüft euch selbst! Und dann steht auf. Macht einen Unterschied. Kümmert euch um die Einsamen, Verachteten und Mißhandelten. Redet mit denen, die von allen gemieden werden. Betet für sie und ermutigt sie mit Blicken, Worten und Taten. Wenn ihr in der ersten Klasse seid, dann steigt in die zweite Klasse ab! Wenn in eurer Gemeinde eine Mauer steht, die diese zwei Klassen von einander trennt, dann reißt sie nieder!

Das ist das was mich antreibt. Das ist das was in mir brennt.

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Kommentaren (2)

  1. Olga K

    Bei mir sind es beim flüchtigen Durchgehen etwa 43 Haken, aber ich glaube, wenn ich mir über alle Punkte ganz intensiv Gedanken mache und mein Leben überblicke und darauf achte das diese Punkte mein ganzes Leben mit Gott bestätigen, dann bin ich bei gefühlten 0 Haken.
    Aber durch die Gnade von Jesus darf ich eine erfüllte Beziehung zu ihm haben. Und dafür bin ich ihm so dankbar.

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