Hast du schon deine Berufung gefunden?

Hast du schon deine Berufung gefunden auf werden wie Jesus

Das christliche Amt

Ich glaube fest daran, dass der Ruf Gottes in ein christliches Amt ein besonderer, einzigartiger Ruf ist. Und doch glaube ich, dass es in den Augen vieler Christen überbewertet ist. Man sieht einen Bauern, einen Geschäftsmann, einen Techniker oder gar die Hausfrau nicht als jemanden der ein christliches Amt innehat. Ohne es auszusprechen, gibt es im Kopf die Wertung, dass ein Missionar, ein Evangelist oder Pastor mehr Wert ist, als ein Fabrikarbeiter, ein Arzt oder ein Handwerker. Die Wahrheit ist aber, dass jedes Gotteskind, da wo es steht „hauptamtlich“ als Christ tätig ist. Er wird bloß für seinen Dienst nicht bezahlt.

Der allgemeine Ruf Gottes

Viele der allgemeinen göttlichen „Rufe“ und Forderungen sind für alle bestimmt. Gott erwartet, dass alle seine Kinder zuerst nach seinem Reich trachten. Dass das Bauen und Erweitern des Reiches Gottes die höchste Priorität in ihrem Leben ist. Dass sie auch in dem Beruf, den sie ausüben seine Sache fördern. Und wenn das in dem Beruf oder der Tätigkeit, die du gerade ausübst nicht möglich ist, dann solltest du dir eine andere Arbeit suchen. Eine Arbeit in der du das tun kannst.

Jeder Christ soll durch Wort und Tat für Christus zeugen. Nicht nur in den Mauern seiner Kirche oder Gemeinde. Er soll es auf der Straße, im Bus oder Zug, in der Schule und auf der Arbeit, er soll es überall tun. Wenn Christus sagt: „Gehet hin…“ oder „Ihr sollt meine Zeugen sein…“ dann sind sie an alle gerichtet. Seine Nachfolge bedeutet, sich selbst zu verleugnen und sein Kreuz auf sich zu nehmen. Das dürfen wir nie vergessen.

Ein anderer allgemeine Ruf wird im Wort von Paulus sichtbar.

Als es aber Gott … wohlgefiel, seinen Sohn in mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium unter den Heiden verkündigte.

— GALATER 1,15-16

Bestimmt hat es Gott gefallen an jedem von uns und durch uns an anderen, seinen Sohn zu offenbaren. Das gilt ohne Rücksicht darauf welchen Beruf wir haben. Unser Beruf soll ein Mittel, ein Weg für die Offenbarung Christi in unserem Leben sein.

Ehe William Carey Missionar wurde, soll er einmal gesagt haben: „Meine Arbeit ist es, dem Herrn zu dienen. Ich flicke Schuhe, um mir meinen Lebensunterhalt zu verdienen.“ Hier liegt eine große Wahrheit. Unsere Arbeit ist es dem Herrn zu dienen, ohne Rücksicht auf unseren aktuellen oder zukünftigen Beruf. Aber dieses Wort enthält auch einen Irrtum. Das Schuheflicken sollte nicht nur dazu dasein, den Lebensunterhalt zu verdienen. Es sollte ein Weg sein, Gott und den Menschen zu dienen. Als Christ wirst du erst dann in seinem Beruf wirklich befriedigt sein, wenn er dazu beiträgt, dass Gott seine Absichten in der Welt ausführen kann.

Beweggründe

Ehe du dich entscheidest, welchen Lebensberuf du wählen willst, solltest du dir Gedanken über deine Beweggründe machen. Willst du reich werden? Heute findet man schönere Worte dafür. Man sagt: „Ich möchte finanziell unabhängig sein“. Und im Grunde will man reich sein. Der Wunsch nach wirtschaftlicher Sicherheit hat seine Berechtigung. Wenn du aber zu viel Wert darauf legst, verlierst du den Unternehmungsgeist, der so wichtig für das schöpferische Leben eines Christen ist.

Willst du Karriere machen? Das Verlangen nach Anerkennung und nach einem gewissen Ansehen unter deinen Freunden ist natürlich. Aber es wird dein Unglück, wenn du es zum Lebensziel machst. Und bei Karriere denke ich nicht an die hohe Positionen in einem Weltkonzern. Ich habe Leute getroffen, bei denen habe ich den Eindruck, sie wollen Karriere im Reich Gottes machen.

Es mag noch andere gute und weniger gute Beweggründe für die Wahl eines Berufes geben. Am Ende gibt es aber für den Christen einen wirklichen Beweggrund: Der Wunsch, den Willen Gottes zu tun. Alle anderen achtbaren Motive sind hier eingeschlossen.

Zusammenarbeit

Ob Gott dich nun in einen geistlichen oder einen anderen Beruf rufen wird, du sollt mit allen andern Kindern Gottes gemeinsam an dem Werk Gottes in dieser Welt mitarbeiten. In diesem Werk ist kein Platz für Rangordnungen und Statussymbole. Da ist kein Platz für Gefühle zu etwas besserem berufen worden zu sein als ein anderer. In diesem Werk haben wir alle den selben Auftrag. Dienen!

Die höchste Berufung, die ein Christ erhalten kann, ist die, den Willen Gottes in seinem Leben zu tun. Der christliche Handwerker, der seinen Beruf als göttliches Verwalteramt ansieht, sollte genauso geachtet werden, wie der Pastor, der einen besonderen Ruf von Gott erhalten hat. Die christliche Lehrerin, die ihren Beruf als göttliche Mission betrachtet, sollte genauso geachtet werden, wie die Missionarin in Südostasien.

Wir können alle in unseren jeweiligen Tätigkeiten und Diensten von Gott gebraucht und gesegnet werden. Führe treu die dir zugewiesenen Aufgaben aus. Fülle treu den dir zugewiesenen Platz in Gottes großem Plan aus. Wir sind Gottes Mitarbeiter. Er will mit uns arbeiten, wenn wir mit ihm arbeiten wollen. Du musst dich bereit machen. Du kannst dich prüfen: „Bin ich bereit, das was ich jetzt tue aufzugeben um dann das zu tun wozu Gott mich rufen wird?“

Ich habe mich geprüft. Und ich habe dem Herrn gesagt: „Herr ich bin bereit. Wenn du willst sende mich. Ich gehe wohin du willst. Ich gehe nach Urumqi, um den Uiguren das Evangelium zu verkündigen, oder nach Indien, oder nach Tibet. Ich bin bereit von diesen Menschen gehasst und verachtet zu werden. Ich bin bereit auf die Sicherheit, das Gesundheitssystem und den Komfort zu verzichten. Herr wenn du willst, sende mich. Ich bin bereit.“ Ich habe aber auch Menschen getroffen die mir gesagt haben: „Ich bin noch nicht bereit. Ich bin noch nicht so weit, dass ich die Last dieses Dienstes tragen kann, dass ich mit den Gefahren für Gesundheit und Leben umgehen kann.“

Das Bereitmachen ist unser Teil in der Zusammenarbeit mit Gott. Das Senden ist Gottes Teil. Wenn du noch nicht bereit bist ist es nicht schlimm. Mache dich bereit. Bitte Gott dich bereit zu machen. Bitte ihn dich zu senden. Und wenn er dich nicht nach Indien oder Südamerika schickt, sondern in deiner Heimatstadt zum Tischlermeister, oder an die Uni um Bauingenieurwesen zu studieren, dann geh! Das ist deine Berufung. Lebe sie!


Inspiriert durch einen Artikel in der Evangeliumsposaune 1971
Aktuelle Seite: www.evangeliumsposaune.org

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