Frage: Dürfen Christen „weltliche“ Musik hören?

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Frage:

Ein Leser schreibt: Dürfen Christen „weltliche“ Musik hören, beispielsweise beim Sport? Dabei meine ich jetzt nicht Heavy Metal oder Punk Rock, sondern es gibt ja noch genügend andere Genres. Woran sollte entschieden werden, welche Musik gehört wird?

Antwort:

Was ist weltliche Musik?

Ich möchte gern darauf antworten. Die erste Schwierigkeit besteht aber schon darin, dass jeder unter „weltlicher“ Musik etwas anderes versteht. Für den Einen ist Mozart mit „Königin der Nacht“ weltliche Musik, für den Anderen ist Genesis mit „Jesus he knows me“ keine weltliche Musik. Ich versuche erstmal diese Frage zu klären.

Es ist sehr schwierig bei der Musik an sich, also Instrumentalmusik ohne Text, die Unterscheidung in „weltlich“ und „christlich“ zu machen. In der Bibel haben wir keine Aufnahmen und Definitionen. Wir haben heute völlig andere Musikinstrumente, Tonfolgen und Harmonien, als sie zur Zeit Davids oder zur Zeit Jesu gespielt wurden. Wir haben hier also keine Anhaltspunkte. Es ist eher die Prägung durch deine Umgebung, deine Gemeinde, die für dich ein Musikstück angemessen (christlich?) oder unangemessen erscheinen lässt.

Was ich definitiv sagen kann, ist dass der Text ein Lied „christlich“ oder „weltlich“ macht. Du musst die folgenden Fragen beantworten, um festzustellen ob ein Lied christlich ist. Wird in dem Lied Christus erhoben und gelobt. Werden geistliche Werte besungen? Oder werden Sünden besungen? Wird der Name Jesus und das Christentum durch den Kakao gezogen? Werden menschliche Werte, menschliche Gefühle glorifiziert? Damit wird Genesis mit „Jesus he knows me“ nicht christlich sondern antichristlich. Damit wird auch die „Königin der Nacht“ nicht christlich sondern heidnisch.

Vielleicht siehst du hier schon, das Gefahrenpotential der „weltlichen“ Musik. Sie kann nicht nur weltlich, sondern heidnisch, dämonisch und antichristlich sein. Und muss dazu nicht unbedingt in einem „Heavy Metal“ Gewand daherkommen. Die Eagles mit „Hotel California“ ist mein Paradebeispiel, wie subtil – also versteckt, unter der Oberfläche – okkulte Inhalte transportiert werden können. Ich möchte hier aber auch nicht den Teufel an die Wand malen. Es gibt Millionen Songs in denen es um Liebe oder Einsamkeit oder andere Gefühle geht. In denen keine okkulte und heidnische Dinge zur Sprache kommen.

Es muss aber auch nicht immer um finstere Mächte gehen. Bei uns im Norden gibt es den Radiosender NDR 1, Radio Niedersachsen, in dem deutsche Schlager gespielt werden. Wenn ich das mal hören muss, dreht sich in mir alles um. Diese Offenheit, mit der dort über Sex gesungen wird, wie dort Ehebruch verharmlost, oder gar verherrlicht wird, widert mich einfach an.

Welche Musik kann ich hören?

Du hast die Frage sehr gut formuliert: Woran sollte entschieden werden, welche Musik gehört wird? Und ich möchte dir nicht 1.000 Regeln mitgeben, sondern eine Leitlinie. Eine Frage, die nicht einfach ist, aber dir helfen kann da durchzufinden. Das ist die Frage: Bringt mich das näher zu Christus?

Ich habe festgestellt, dass die Welt einen Einfluss auf uns hat. Und sie greift den Kern unseres geistlichen Lebens an. Das Gebet. Wenn wir diesen Einfluss zulassen versiegt unser Gebetsleben. Beobachte einfach eine Woche lang dein Gebetsleben. Zähl mal die Zeit zusammen, die du in der Woche „in deinem Kämmerlein“, also allein vor Gott verbringst. Wie viele Stunden sind es? Bist du mit dieser Bilanz zufrieden? Und dann achte darauf welchen Einfluss die Musik darauf hat. Achte darauf ob es mehr oder weniger wird.

Beobachte mal wohin deine Gedanken gehen, wenn du Musik hörst. Woran denkst du nachdem du die Kopfhörer abgenommen hast. Sind es vielleicht sündliche Gedanken? Und wenn du merkst, dass es dich nicht näher zu Gott führt, dass es dich vom Gebet abhält, dann lass es. Auch wenn du unsicher bist, ob es dir schadet, lass es lieber auch.

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Kommentaren (5)

    • Wir hatten mal diese Frage bei den Jugendbibeltagen. Und das Grundgerüst für die Antwort hatte Paul Illg geliefert. Ich habe das nur etwas ausgebaut. Ehre wem Ehre gebührt. 😉

  1. Sieg Schuler

    „Bringt es mich naeher zu Jesus?“
    Diese Frage soll gebraucht werden um unser Reden zu bestimmen, unser Facebook gebrauch, und als Prinzip in vielen Lagen in Leben.

  2. Remco Hage

    Ich frage michselber aber, Ist es nicht wichtiger das wir uns ertmal auf unsere hauptsünde concentrieren? Weil wir können ja die beste Christliche musik hören und nie wieder weltliche aber wenn mann dann noch immer schlecht über andere redet und noch nichtmal weisst was es ist lieb zu haben dann hat das alles kein zweck gehabt. Ich denke das wenn wir uns so sehr auf diesen themen concentrieren wir nicht mehr denken an was wirklich wichtig ist, und das ist in mein glauben werden so wie jesus.

    • Hey Remco,

      Ich glaube das ist eins dieser Mißverständnisse, die wir regelmäßig haben 😉

      Natürlich hast du recht, das größte Gebot, das wir haben ist, dass wir Gott über alles, mit allen unseren Kräften, von ganzer Seele und mit ganzem Herzen lieben. Und dass wir unseren Nächsten lieben, wie uns selbst. Und dieser Artikel sollte auf keinen Fall sagen, dass christliche Musik hören wichtiger ist als die Liebe.

      Hier hat doch jemand eine Frage gestellt. Was sollte ich darauf antworten? „Kümmere dich nicht um die Musik. Konzentriere dich auf deine Hauptsünde!“ ?!? Ich weiß ja nicht mal wer das geschrieben hat? Vielleicht lebt er ja das größte Gebot aus, und hat dort keine Sünde.

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