Zweieinhalb Gründe für Evangelisation

Werden wie Jesus, Gründe und Motivation für Evangelisation

Der Missionsbefehl ist keine Möglichkeit, die man in Betracht ziehen kann, sondern ein Befehl, dem gehorcht werden muss.

— HUDSON TAYLOR

Was ist dein Motiv, wenn du Menschen auf den Glauben ansprichst und ihnen das Evangelium verkündigst? Fakt ist, ich kann sehr aktiv in der Seelengewinnung arbeiten und doch ist mein Motiv, mein Antrieb dabei unrein. Ich habe lange nachgedacht und ich finde nur zwei, besser gesagt zweieinhalb reine Motive für die Evangelisation.

1 Gehorsam

Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden. So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit! Amen

— MATTHÄUS 28,18-20

Hier ist das Ziel beschrieben: „Macht zu Jüngern alle Völker“. Wie das gehen soll finden wir in der Parallelstelle in Markus:

Und er sprach zu ihnen: Geht hin in alle Welt und verkündigt das Evangelium der ganzen Schöpfung! Wer glaubt und getauft wird, der wird gerettet werden; wer aber nicht glaubt, der wird verdammt werden

— MARKUS 16,15-16

Das Vorgehen, wie man die Völker zu Jüngern macht, ist also die Verkündigung des Evangeliums. Jesus gibt hier einen Auftrag: „Gehet hin!“ Und ich glaube, dass es der wichtigste Auftrag ist, den Christus seiner Gemeinde gibt. Seine letzten Worte in den Evangelien und der Apostelgeschichte handeln davon hinzugehen bis an das Ende der Erde um die frohe Botschaft zu verkündigen und ein Zeugnis zu sein. Wenn ein Mensch weiß, dass er nicht mehr viel zu sagen hat, sagt er das, was ihm am wichtigsten ist. Deshalb ist für mich der erste Grund dafür evangelistisch tätig zu werden der Gehorsam gegenüber diesem Auftrag.

Gilt denn dieser Auftrag allen Christen?

Müssen wir alle hingehen oder reicht es wenn einige auserwählte hingehen und wir anderen zu Hause bleiben können? Ich habe mal die Ansicht gehört: „Das ‚gehet hin‘ hat er zu den Aposteln gesagt. Das gilt nicht allen Gläubigen“. Kann das aber sein? Hatten die 11 Männer, die dort bei Jesus standen eine Chance aller Kreatur das Evangelium zu verkündigen? Was ist nach ihrem Tod? Was ist mit Paulus, Silas, Apollos, Timotheus, Titus und den anderen Männern und Frauen der Weltgeschichte, die das Evangelium in die Welt getragen haben? Wir sehen außer bei Paulus, bei keinem von ihnen eine besonderen Auftrag um hinzugehen. Das Wort kann also nicht an die 11 Jünger gerichtet worden sein. Es ist an die Gemeinde gerichtet.

Wie haben die Jünger den Auftrag gesehen? Ich lasse mal zwei von ihnen zu Wort kommen. Petrus sagt vor dem hohen Rat:

Denn es ist uns unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.

— APOSTELGESCHICHTE 4,20

Das was sie gesehen und gehört haben ist das Evangelium von Jesus Christus.

Und Paulus schreibt den Korinthern:

Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so ist das kein Ruhm für mich; denn ich bin dazu verpflichtet, und wehe mir, wenn ich das Evangelium nicht verkündigen würde! Denn wenn ich dies freiwillig tue, so habe ich Lohn; wenn aber unfreiwillig, bin ich mit einem Haushalterdienst betraut.

— 1. KORINTHER 9, 16-17

Mit „Haushalterdienst“ meint er hier den Dienst eines Sklaven, der keinen Lohn für diesen Dienst bekommt. Auch Paulus sieht hier für sich keine Möglichkeit das Evangelium nicht zu verkündigen.

Wie ist das bei dir?

Siehst du für dich eine Möglichkeit das Evangelium nicht zu verkündigen? Ich meine damit nicht, dass du alles verkaufen musst und aufs Ungewisse in ein fremdes Land fahren musst, um dort das Evangelium zu verkündigen. Ich meine die Verkündigung auf dem Platz wo du stehst. In deiner Familie, in der Schule auf der Arbeit. Dazu gehört ein Leben, das nicht im Widerspruch zum Evangelium ist; das Gebet um Gelegenheiten die frohe Botschaft zu verkündigen; und der Mut, wenn solche Gelegenheiten kommen, sie zu nutzen.

Dazu gehört auch das Bewusstsein unserer Schwachheit und Unfähigkeit. Denn ich kann die Menschen doch nicht zu Jüngern machen. Ich kann sie nicht von ihren Sünden überzeugen, ich kann ihnen nicht die Freude der Vergebung schenken. Diese Macht habe ich nicht. Diese Macht hat aber Christus. Deshalb packt er in Matthäus den Missionsauftrag in zwei Verheißungen:

Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden
So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit!

Das was ich nicht kann, will er machen. Ich muss aber machen was ich kann. Nämlich hingehen und das Evangelium verkündigen. Hingehen und nicht auf mich schauen, sondern auf Ihn. Hingehen, nicht weil ich etwas erreichen will, sondern weil Er mir das befohlen hat.

2A Liebe zu Gott

Der zweite Grund ist Liebe. Er teilt sich aber in zwei Teile. Deshalb auch zweieinhalb Gründe für Evangelisation.

[pullquote align=“left“]Es gibt ganze Städte, ja ganze Landstriche, wo der Banner Christi nicht weht![/pullquote]Gott hat die Menschen mit dem Ziel geschaffen, seinem Namen Ehre zu bereiten. Wir leben um Ihn zu verherrlichen. Ich schaue mal auf unsere Stadt, auf unser Land aus der Perspektive Gottes. Ich schaue mit der Frage: Wo wird Gott geehrt und verherrlicht? Da wird das Herz sehr traurig. Die Menschen um uns herum treten den Namen Gottes mit Füßen anstatt ihn zu erheben. Selbst solche die sich Christen nennen, leben oft zu seiner Unehre und nicht zu seiner Ehre. Es gibt ganze Städte, ja ganze Landstriche, wo der Banner Christi nicht weht, nicht aufgerichtet ist. Ganze Generation von jungen Menschen ist in der Erziehung aufgewachsen, dass es keinen Gott gibt. Und selbst solche, die schon was von Jesus gehört haben, die einen dunklen Begriff von Gott haben, leben dem eigenem Ego. Sie bereiten Gott keine Ehre.

Ich will hingehen und das Evangelium verkündigen, damit ein Leben, das bisher zur Unehre Gottes geführt wurde jetzt zu seiner Ehre gelebt wird. Hier wird nicht nur durch die Erfahrung der Erlösung Gott die Ehre gegeben. Hier entsteht neues Leben, das dann 20 oder 40 oder 60 Jahre zur Ehre Gottes gelebt wird. 20 oder 40 oder 60 Jahre, in denen beständig Frucht erzeugt wird, die Gott verherrlicht.

Ich will hingehen und den Banner Christi aufrichten. Damit noch mehr Menschen von ihm erfahren. Damit sein Name bekannt und groß wird in unserer Stadt und in unserem Land.

2B Liebe zu Menschen

Oft wird das als erster Grund für Evangelisation gesehen. Wir sehen das Leid der Menschen, es tut uns leid und wir wünschen ihnen die heilbringende Kraft Christi. Aber unser erster Blick sollte zu Gott gehen. Der Schmerz darüber, dass sein Name mit Füßen getreten wird sollte größer sein, als der Schmerz über das Leid der Menschen. Deshalb ist es bei mir 2b.

Die Sünde zerstört das Leben der Menschen. Sie verursacht Leid. Manchmal ist es klein und manchmal ist es Groß. Eine Lehrerin erzählt, dass sie die Tochter ihres Ex-Mannes unterrichtet. Er hat sie wegen einer anderen Frau verlassen. Und das ist die Tochter von ihm und dieser anderen Frau. Die Lehrerin kann sich nicht helfen, aber sie kann das Kind nicht wie alle anderen Kinder in ihrer Klasse behandeln. Es mag im Vergleich zu dem, was andere Menschen leiden etwas Kleines sein. Aber ich denke daran, wie die vergebende Kraft von Jesus Christus hier helfen würde. Wie sie die Not bei allen Beteiligten lindern würde. Die Sünde bringt Leid, aber Christus bringt Erlösung.

Menschen brauchen Gott! Da ist diese Lücke tief in Ihnen. Sie versuchen sie zu schließen. Und es kann doch nichts, außer Gott, diese Lücke schließen. Aus Liebe zu den Menschen. Aus echtem Mitleid, aus dem Bedürfnis ihnen zu helfen, will ich hingehen und die frohe Botschaft von Jesus Christus, der auch mir geholfen hat, verkündigen.

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Kommentar (1)

  1. Erich Schall

    Die Mission ist nach dem Gebet das beste Lebensumfeld für einen Christen. Über 7 Milliarden Menschen für jeden im buchstäblichen Sinne Hände voll zu tun. Freue mich von Herzen über die Wahrheit in diesem Artikel. „Denn die Liebe Christi drängt uns“ hinzugehen…

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