4 Wege zu mehr Disziplin

Werden wie Jesus von Robert Witt

Diszipliniert leben (Teil 3)

Eine gesunde Selbstdisziplin bietet viele Vorteile. Sie hilft dir eine Sprache schneller zu lernen, weil du die Vokabeln lernst, ohne dass du Lust dazu hast. Sie hilft dir die 10 Kilometer zu Ende zu laufen, auch wenn du zu 8. mal denkst: Ich kann jetzt echt nicht mehr. Und sie hilft dir auch in deinem geistlichem Leben. Das gute ist, Disziplin kann man trainieren. In diesem Artikel zeige ich 4 Wege zu mehr Disziplin.

1. Fange mit kleinen Dingen an

Nach allem was ich über Disziplin gelesen und gehört habe, funktioniert das wie ein Muskel. Wenn der Muskel müde ist, kannst du keine großen Gewichte mehr stemmen und brauchst eine Ruhepause. Wenn du den überanstrengst, hast du Muskelkater. Wenn du für ein Marathon trainierst, und nie mehr als 3 Kilometer am Stück gelaufen bist, läufst du beim ersten Training besser keine 30 Kilometer. Deshalb ist es keine gute Idee, sich als erstes vorzunehmen zwei Stunden vorher als sonst aufzustehen. Fange lieber auch bei der Disziplin klein an. Mach dein Bett, wenn du aufgestanden bist. Mach das Waschbecken sauber, wenn du aus dem Bad gehst. Räum das Werkzeug auf den Platz, wenn du mit der Arbeit fertig bist. Es sind oft die kleinen Dinge, die den Unterschied machen. Sei jedoch konsequent darin.

Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse, welche die Weinberge verderben; denn unsere Weinberge stehen in Blüte!

— HOHESLIED 2,15

2. Trainiere den Körper

Damit meine ich nicht das Fitnesstudio. Beobachte dich selber. Zappelst du mit den Beinen? Gibt es unkontrollierte Handbewegungen? Manche fahren sich immer wieder mit der Hand durchs Haar. Ich halte oft, die Hände vor dem Mund, während ich mit anderen Menschen spreche. Wie ist es mit deiner Haltung, gehst und stehst du aufrecht? Suche dir Dinge die du verbessern willst. Fange damit an. Wenn du merkst, dass du gerade mit dem Bein zappelst, halte das Bein an. Wenn du merkst, dass du gebeugt am Tisch sitzst, richte dich auf.

Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Haus Gottes gehst!

— PREDIGER 4,17

3. Schluck die Kröte

Tue als erstes das, was du am wenigsten tun magst. Wir neigen nämlich dazu Dinge, die wir nicht gerne machen vor uns her zu schieben. Bis es in der einen oder anderen Form knistert oder sogar knallt.

Machen wir das mal praktisch: Nehmen wir an, du bist ein Schüler oder Student. Du kommst nach Hause und hast die Auswahl zwischen folgenden Dingen:

a) Hausaufgaben machen
b) Klavier üben
c) Dein Zimmer aufräumen
d) Schauen, was es bei Facebook neues gibt
e) das Buch zuende lesen

Was willst du am wenigsten machen? Dann mach das als erstes. Und das wird wahrscheinlich nicht Facebook sein ;). Die Wissenschaftler, die sich mit dem Phänomen der Aufschieberitis beschäftigen, nennen das „Die Kröte schlucken“

Nun gibt es Aufgaben, die man nicht eben mal macht. So was wie die Hausarbeit in Chemie oder in Pädagogik. Das sind Aufgaben, für die man sehr viel Energie braucht. Wo man bis zum Vorabend des Abgabetages die benötigte Energie sammeln muss. Und vorher noch einkaufen geht. 3 Red Bull, Eine Packung Chips, 6 Snickers, so alles was man braucht um die Nacht durchzustehen. Bis zum Morgen, wo die Arbeit abgegeben werden muss.

Es gibt einen kleinen Trick, wie du jeden Tag auch diese Aufgabe tun kannst. Normalerweise hat jedes Handy einen Timer. Setze ihn auf 30 Minuten und arbeite dann konzentriert an dieser Hausarbeit. Wenn der Timer abgelaufen ist, bist du frei. Das sind nur 30 Minuten, das kann jeder schaffen. Nach zwei Wochen kannst du den Timer auch auf 45 Minuten setzen. Wenn du magst, kannst du ja dann immer noch die Nacht vor der Abgabe durcharbeiten, aber du hast eine Grundlage auf der du aufsetzen kannst. Und du hast Disziplin trainiert.

Der Gottlose macht ein trotziges Gesicht, aber der Gerechte richtet seine Wege aus.

— SPRÜCHE 21,29

4. Kultiviere Pünktlichkeit

Unpünktlichkeit ist ein Ausdruck der Selbstsucht. Statt selbst 10 Minuten vor der Zeit da zu sein und zu warten, lässt du 15 andere Leute 10 Minuten warten. Das ist nicht nur unhöflich und ein Zeichen mangelnder Disziplin. Das wird im Beruf oft auch als Mangel an Professionalität gesehen.

Eine der Ursachen für Unpünktlichkeit ist schlechte Planung. Nehmen wir an, du willst jetzt immer pünktlich zur Jugendstunde da sein. Das ist Freitag, 19.00 Uhr. Das erste ist, die Planung:

  1. Du willst nicht pünktlich um 7 während das erste Lied angefangen wird den Raum betreten, sondern schon 5 Minuten eher da sein, und die Leute begrüßen.
  2. Du brauchst 15 Minuten für den Weg,
  3. und 10 Minuten im Bad.
  4. Ich würde jetzt noch 5 Minuten Unsicherheitszuschlag dazurechnen. Für den Trecker, der dich ausbremst oder für das, was sonst noch im Bad oder Unterwegs passieren kann.

Damit bist du bei 35 Minuten Transitzeit. Die meisten von uns würden um 18.25 denken, dass sie noch Masse Zeit haben bis zur Jugendstunde. In Wahrheit haben sie keine Zeit mehr!

Stell dir doch den Wecker auf Freitag, 18.25. Und wenn der klingelt, beginnt deine Trainingseinheit für Disziplin. Du stehst vom Tisch auf. Du lässt bei allem was du gerade gemacht hast, alles stehen und liegen. Du verabschiedest dich von deinem Gesprächspartner am Telefon. Und dann gehst du ins Bad, damit du pünktlich zur Jugendstunde da bist. Vergiss die Ausrede, dass um 19.00 Uhr eh noch keiner da ist. Sei du da!

Im Eifer lasst nicht nach, seid brennend im Geist, dient dem Herrn!

— RÖMER 12,11

Diszipliniert leben (Serie)

Teil 1: Die Philosophie der Nachfolge
Teil 2: Definition der Disziplin
Teil 3: 4 Wege zu mehr Disziplin (dieser Artikel)


Quelle:
R. S. Taylor, Diszipliniert leben, aber wie?, impact Verlag, 2012

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