Die Zombies in der Postmoderne

Auf dem Weg nach Köln kommt im Autoradio die Morgenandacht. Der Freund, mit dem ich unterwegs bin, schaltet nicht um und dreht das nicht leiser. Wir hören zu. Der Pastor spricht davon, dass Gott Liebe ist. Dass er die Menschen liebt und ihnen nur Gutes will. Das, was man meistens in der Morgenandacht im Radio hört.

Wir hören uns das bis zum Ende an. Und dann sagt mein Freund: „Und genau das glaube ich nicht!“ „Was meinst du?“ „Dass Gott die Menschen liebt. Warum schaut er zu, wie Menschen verhungern? Warum lässt er hunderttausende durch Tsunamis, Erdbeben und Überschwemmungen sterben? Wo war Gott, als Stalin und Hitler Millionen von Menschen „vernichtet“ haben? Warum lässt er das alles zu, wenn er doch angeblich der Gott der Liebe ist?“ Ich schweige. Und er setzt hinzu: „Jemand hat mir mal gesagt, dass man die Bibel mit der Vorstellung lesen muss, dass Gott böse ist. Dann ergibt darin vieles einen Sinn.“

Mein Versuch darauf zu antworten war damals im Auto nicht sehr überzeugend. Glaube ich. Aber ich habe seit dem sehr oft an diese Fragen gedacht. Und ich habe eine Antwort, ein Bild gefunden, das die Leute von Heute verstehen. Ein Bild, das zeigt, dass Gott wahrhaft gut ist. Dass er unendlich mal besser ist, als alle Menschen. Ein Bild, das direkt zum Evangelium führt.

Von Zombies und Menschen

In den letzten Jahren ist das Motiv der Zombie-Apokalypse wieder in die Medien gekommen. Es ist raus aus der Horror-Ecke und ist jetzt mit tiefsinnigen Geschichten im Action Genre wieder gekommen. „I am Legend“, „World War Z“, „The Walking Dead“ oder „The Last of us“ sind die Geschichten in denen wir den Zombies begegnen. Es fängt immer damit an, dass eine Epidemie ausbricht, die die Menschen in Zombies verwandelt. Und dann beginnt, für die Wenigen, die nicht angesteckt wurden der Überlebenskampf gegen diese Wesen, die lebendig tot sind. Die Zombies verlieren jeglichen Sinn für geistiges Empfinden. Sie sind nur noch Fleisch, und es verlangt sie nach Fleisch. Sie werden zu natürlichen Feinden der letzten Menschen. Und sie können sich selbst nicht helfen. Sie sind verloren.

Die Zombies sind das perfekte Bild auf den Sündenverdorbenen Menschen. Es ist das Bild, das die Bibel von dem Menschen zeichnet. Durch den Virus der Sünde angesteckt, sind sie geistlich tot. Sie sind nur noch fleischlich gesinnt. Selbstzentriert haben sie jegliches Empfinden für die ewigen, göttlichen Dinge verloren. Sie leben in einer natürlichen Feindschaft mit Gott. Zerstören sich selbst und alles was Gott geschaffen hat. Und ohne Hilfe von Außen sind sie hoffnungslos verloren. Sie sind dazu verdammt das Angesicht dieser Erde zu beschmutzen.

Du unter Zombies

Und jetzt versetze dich mal in einen der Überlebenden einer Zombie-Apokalypse. Nehmen wir an, du siehst, wie eine Horde Zombies sich gegenseitig abschlachtet. Schreitest du ein? Hilfst du irgend einer der beiden Parteien? Nein. Du freust dich, dass es ein paar weniger von diesen Viechern auf der Erde gibt. Du beobachtest, wie ein Haus, in dem hunderte Zombies „wohnen“ einstürzt. Läufst du hin und rettest sie aus den Trümmern? Nein! Das wird dir keiner von ihnen danken. Sie werden dich dafür töten und auffressen. Die Protagonisten in diesen Filmen, Serien und Computerspielen töten eigenhändig hunderte von diesen Zombies ohne einen Funken von Unrechtbewusstsein. Warum auch? In dieser Apokalypse zählt nur eins: Überleben. Und sehen, dass man nicht selbst in so einen lebendig Toten verwandelt wird.

Sieh, das was du empfindest, wenn du diese Zombiehorden siehst, empfindet Gott, wenn er die Menschen sieht. Warum sollte er eingreifen, wenn sie sich gegenseitig abschlachten? Warum sollte er helfen, wenn ein Erdbeben sie hinrafft? Ja er selbst rottet ganze Völker aus, weil er das was sie sich selbst und anderen antun, nicht mehr sehen kann.

Und doch ist Gott gut!

Und doch ist er tausend mal besser als wir. Weil er ja eben doch eingreift. Weil er doch hilft, auch wenn ihn die Menschen hinterher verfluchen. Er lässt seine Sonne über ihnen aufgehen und gibt den Regen zu seiner Zeit. Er hat versprochen, dass nicht aufhören soll der Wechsel der Jahreszeiten, Aussat und Ernte. Er kümmert sich um die Witwen und die Weisen. Er tut für uns tote Menschen das, was wir niemals für die Zombies tun würden. Aber das ist nicht alles.

Er ist unendlich mal besser als wir, weil er für den Virus der Sünde ein Gegengift geschaffen hat. Für die, die verloren sind, die sich selbst nicht helfen können hat er Hilfe gebracht. Er hat die Untoten so geliebt, dass er seinen einzigen Sohn mitten unter sie geschickt hat. Den Sohn, den er seit Ewigkeiten geliebt hat, hat er geschickt. Und sie haben mit ihm das gemacht, was eine Horde Zombies so macht. Sie haben ihn angeschrien, angespuckt, geschlagen, gepeitscht und an das Kreuz genagelt. Den, der ihnen nur gutes getan hat.

Das Evangelium

Und hier bin ich beim Kern des Evangeliums. Es gibt eine Hoffnung für die Zombies. Es gibt ein Gegengift. Das ist die schönste Botschaft, die die Verlorenen hören können. Das Gegengift ist der Glaube an Jesus Christus. Kein Gegenstand, kein Serum, keine Fakten. Glaube an Jesus Christus! Und wenn ein Zombie glaubt, dann wird er zurückverwandelt. Er wird eine neue Kreatur. Er bekommt wieder ein Empfinden für die geistliche Welt, für Gott. Er ist nicht mehr länger ein Verlorener, sondern ein Geretteter.

Ich glaube, jetzt wird es einfacher zu verstehen, dass Gott wirklich gut ist. Dass er wirklich Liebe ist. Und dass er gleichzeitig zuschauen kann, wie Menschen leiden und sterben.

Die Postmoderne (Serie)

Teil 1: Der Irrtum der Postmoderne
Teil 2: Die große Frage der Postmoderne
Teil 3: Die Zombies in der Postmoderne (dieser Artikel)

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Kommentaren (2)

  1. Manuela Webner

    Genau! Gott ist gut und er hat alles gut, ja vollkommen gemacht.
    Er hat keinen Gefallen am Bösen, an der Ungerechtigkeit. Und er kann das Böse sehr wohl beenden, aus der Welt schaffen.
    Und ER könnte sofort damit anfangen – nämlich mit Dir und mit Mir.
    Röm 3,12
    Sie sind alle abgewichen und allesamt verdorben. Da ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer
    ————————————————–
    Dass er es nicht tut, beweist seine Liebe und Geduld zu uns. Er möchte uns nicht vernichten, uns nicht das geben, was wir verdient hätten. ER will uns soviel mehr schenken – unverdient den Himmel. Dafür gab er seinen Sohn, er investierte in diese verdorbene Menscheit ALLES, was er investieren konnte. Ich hätte meinen Sohn nicht für mich gegeben……. aber ER!
    IHM sei die Ehre und die Anbetung!

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