Erschreckende Gedanken zur Einheit der Gläubigen

Mir und auch den Geschwistern in unserer Ortsgemeinde ist Reinheit und Heiligkeit der Gemeinde ein wichtiges Anliegen. Deshalb beten wir oft für die Einheit der Kinder Gottes. In letzter Zeit ist es mir aber immer schwerer gefallen daran zu glauben. Nicht das ich daran gezweifelt hätte, dass Gott das tun kann. Wenn ich sein Wort lese, wird mir jedes mal aufs neue klar: Er kann alles tun. Hatte ich auch mal in dem Artikel über Hiskia geschrieben.

Aber mir fehlte das Vorstellungsvermögen wie das werden soll. Wenn ich mir die handelnden Personen in den Gemeinden ansah, dann konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, wie sich das ändern soll. Die Verbohrtheit, die Fixierung auf die eigene Weltsicht, die festgefahrenen Positionen. Wie soll das gehen?

Und dann hat mir Gott gezeigt wie das gehen kann. Er hat mir Länder auf unserem Planeten gezeigt, wo die Gemeinde in Reinheit und Heiligkeit da steht. Länder, wo alle Trennungswände zwischen den Gemeinden und Gemeinschaften gefallen sind. Das ist ja das was wir hier bei uns wünschen und wollen. Die einzige Frage, die immer noch vor mir steht ist: Wollen wir das wirklich?

Willst du wissen, welche Länder das sind? Das sind Länder wie Syrien, Ägypten und Nord Korea. Länder, in denen Christen verfolgt, gejagt, verhaftet und umgebracht werden. Die Musselmanen wollen nicht wissen ob du Baptist oder Presbyterianer bist, ob du Calvinist oder Arminianer bist. Sie wollen wissen, ob du ein Christ bist. Entweder du sagst ihnen das Allah der wahre Gott und Mohammed sein Prophet ist, oder sie schießen dich über den Haufen. Entweder du schreist „Allah Akbar!“ oder sie schlachten dich wie ein Schaf.

In solchen Verfolgungen wird alles Namenschristentum, alles Laue weggeweht. Es bleiben nur die stehen, die wirklich wiedergeboren sind. Die Heiligen. Der Kern.

Wenn die Kirchen niedergebrannt und zerbombt sind, wenn Ausnahmezustand herrscht, verschwinden die Unterschiede. Es fällt nicht schwer die Brüder zu sehen und die anzuerkennen, die durch ebendieselben Leiden gehen. Die Unterschiede in der Tradition sind egal, es geht ums Überleben. Die Erkenntnisunterschiede spielen keine Rolle. Es geht darum zu helfen wo man kann. Zu trösten, zu tragen, zu lieben.

Stell dir einmal vor dort zu leben. Würdest du zu dem Kern gehören? Würdest du Jesus die Ehre geben und sterben oder Mohammed – und leben? Würdest du Gott verherrlichen und vergeben? Denen vergeben, die deine Eltern oder deine Schwester getötet haben?

Aber sehr wahrscheinlich lebst du, Gott sei Dank, nicht dort sondern hier. Willst Du für die Brüder und Schwestern in diesen Ländern beten? Einer von ihnen, Pastor Michael aus Kairo sagt:

Bitte betet für uns. Betet nicht, dass wir Christen weniger leiden müssen, sondern betet, dass wir weiterhin in Einheit zusammen stehen und gute Zeugnisse für die Liebe Jesu abgeben.

Betest du auch für die Einheit der Gemeinde? Welchen Preis bist du bereit dafür zu bezahlen?


Quelle:
OpenDoors 1/14, Open Doors Deutschland

 

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Kommentaren (5)

  1. EG

    Wenn man sich die Entwicklungen anschaut, ist es gar nicht so abwägig, dass irgendwann solch ein Zustand auch in diesem Land eintreten könnte.

  2. CM

    Seh das auch so dass in vielen Ländern wo Christen verfolgt werden Einheit ist, aber bei uns brauch man nicht unbedingt alles schlecht reden, denke ich.
    Ich sag das deshalb weil man mit vielen Geschwistern in Einheit und Liebe leben kann.

  3. Maria Balko Strack

    Das finde ich sehr gut, dass man was lesen und lernen kann. Dass jemand aus der Gemeinde Gottes die Heilige Schrift erklärt. Wer nicht zu den Gottesdiensten gehen kann, kann sich auf diser Seite geistliche Erneuerung holen.
    Mit hezlichen und schwesterlichen Liebe Schwester Maria.

  4. Manuela Webner

    Jeder neugeborene Christ trägt diese Einheit mit anderen Christen, verbunden mit der göttlichen Liebe, in sich. Es wird erst dann problematisch, wenn eigene Vorstellungen sich einnisten – sei es durch die jeweilige Verkündigung in der Ortsgemeinde, wo der junge Christ belehrt wird, oder durch andere Mit -Christen, die Einfluss nehmen. Schauen wir uns doch mal die Einstellung, die Paulus hatte, genau an:
    Philipper 1,15-17
    Einige zwar predigen Christus aus Neid und Streitsucht, einige aber auch in guter Absicht:
    16 diese aus Liebe, denn sie wissen, dass ich zur Verteidigung des Evangeliums hier liege;
    17 jene aber verkündigen Christus aus Eigennutz und nicht lauter, denn sie möchten mir Trübsal bereiten in meiner Gefangenschaft.
    18 Was tut’s aber? Wenn nur Christus verkündigt wird auf jede Weise, es geschehe zum Vorwand oder in Wahrheit, so freue ich mich darüber.

    Das ist es. Freuen wir uns darüber, wenn nur Christus verkündigt wird?

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