Glaube und Wille in Australien

Im Jahr 1932 brach der Remscheider Pilot Hans Bertram und sein Bordmechaniker Adolf Klausman, von Köln aus zu einem Flug nach China auf. Ihr Flugzeug war eine mit Schwimmern ausgerüsteten Junkers W 33, die den Namen „Atlantis“ trug. Zweck des Fluges war das Sammeln von Finanzmitteln für den Aufbau der chinesischen Luftwaffe. Dazu haben sie kurzentschlossen einen Umweg über Australien genommen. Dabei geriet die „Atlantis“ auf einem Nachtflug von Osttimor nach Darwin (Australien) durch Windversatz in einem Sturm vom Kurs ab und strandete mit dem letzten Tropfen Benzin an der Küste im Australischen Kimberley. Mehr als 50 Tage kämpften die beiden im Busch um ihr Überleben bis sie gerettet wurden.

Hans Bertram erzählt:

„Sechsundzwanzig Jahre bin ich alt. Sechsundzwanzig Jahre habe ich gelebt, sorglos in den Tag hinein, und das Leben als eine Selbstverständlichkeit hingenommen. So flog ich durch die Welt, und so flog ich nach Australien — und dann war da plötzlich etwas neues: Abgeschnitten von Kultur und Zivilisation mussten wir um das nackte Überleben kämpfen. Mit dem Hirn und dem Willen wollten wir uns aus der Not heraus beißen — und sind nun heute Nacht in einer verzweifelteren Lage als je zuvor.

Sechzehn Tage sind wir verschollen, haben keine Nahrung gefunden, kein Wasser. Unsere Kraft ist am Ende. Wie sollen wir den Weg zur Rettung finden? … Und dann finde ich den Weg, den einzigen Weg: Ich bete! Wort für Wort spreche ich das Vaterunser in die stille Nacht — Lege unser Schicksal in die Hände des Herrn.

In dieser Stunde erkenne ich die einfachste Wahrheit des Lebens, die wir Menschen so lange vergeblich suchen, bis sie sich wie ein von den Augen fallender Schleier offenbart. Und die Wahrheit ist — ich rufe sie laut in die Welt: Du Mensch brauchst im Leben zwei Dinge: Du brauchst einen Willen und einen Glauben! Selbst der eiserne Wille zerbricht eines Tages, wenn du nicht glaubst! — Es ist nun in der Zukunft nicht so, dass ich die Hände in den Schoß lege; dass ich nicht weiterkämpfen werde; aber ich werde die Kraft zur Arbeit von einer höheren Gewalt holen.“

Lieber Leser, bist du dir bewusst, dass du zum Leben und Arbeiten die Kraft Gottes brauchst? Versuchst du noch deine Probleme mit eigener Kraft zu lösen? Kämpfst du mit eigener Kraft um den Sieg über Versuchung und Sünde? Und? Klappt es?

Willst du ein siegreiches Leben führen? Der Wille, das hat Hans Bertram richtig erkannt, wird nicht reichen. Du brauchst den Glauben. Bete! Lege nicht die Hände in den Schoß, hör nicht auf zu Kämpfen aber bete, bete so als ob du nicht kämpfen würdest. Und dann wirst du das erleben was viele Christen erlebt haben: Die Kraft Gottes in Dir. Sieg!

Damit die Ehre Ihm allein gegeben wird.


Quelle:
Evangeliumsposaune, 1965
Aktuelle Seite: www.evangeliumsposaune.org

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