Das wahre Gesicht der Sünde

Evangelium

In unserer Gesellschaft wird die Sünde sehr verharmlost. Ja, sie wird sogar manchmal als etwas schönes, schillerndes, begehrenswertes dargestellt. Wenn ich aber die Schrecklichkeit der Sünde sehen will, wenn ich ihren wahren Maßstab begreifen will, muss ich sie aus der Perspektive der Ewigkeit betrachten.

Um das zu machen muss ich gedanklich die Uhr 10 Mio. Jahre nach vorn drehen. Und dann schaue ich aus der Perspektive von 10 Mio. Jahren auf mein Leben zurück. Das Erste was dann auffällt ist, dass ich ungefähr seit 10 Mio. Jahren tot bin. Von hier aus gesehen ist mein ganzes Leben nur ein kurzer Blitz in einer langen Nacht. Oder wie die Schrift das sagt:

Denn was ist euer Leben? Es ist doch nur ein Dunst, der eine kleine Zeit sichtbar ist; danach aber verschwindet er.

— JAKOBUS 4,14

Jakobus hat genau aus dieser Perspektive auf das Leben geschaut. Diese Perspektive ist biblisch. OK, was sehe ich, wenn ich die Sünde aus dieser Perspektive anschaue? Ich sehe da drei Dinge:

1. Die Sünde gegen Gott ist das größte Vergehen

Die Bibel lehrt mich, dass ich in der Ewigkeit an dem einen der beiden Orte sein werde, die es dann für die Menschen und Engel geben wird. Entweder in dem Himmel oder in der Hölle. Welchen Einfluss hat die Sünde darauf, wo ich in 10 Mio. Jahren sein werde? Maximalen! Die Sünde entscheidet quasi, wo ich die Ewigkeit zubringen werde.

Paulus schreibt an die Epheser:

Denn das sollt ihr wissen, dass kein Hurer oder Unreiner oder Geiziger, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes.

— EPHESER 5,5

Hier sind nicht die drei Dinge aufgeführt, die uns aus dem Himmel ausschließen. Hier werden drei Sünden als Beispiel aufgeführt. Und die Aussage ist, dass uns die Sünde aus dem Reich Gottes ausschließt.

Und jetzt kommt die berechtigte Frage: Kann man nach 10 Mio. Jahren in der Hölle den Sünder nicht langsam begnadigen? Für einen Diktator, wie Hitler, der Millionen von Menschen auf dem Gewissen hat, für den Boss eines Drogenkartells aus Südamerika, der für das Leid von Millionen von Menschen verantwortlich ist, wären 10 Mio. von Jahren vielleicht angemessen. Aber für einen „normalen“ Menschen, wie du und ich, die „nichts“ Böses getan haben. Ist da die Strafe nicht zu hoch? Gut, ich war den Eltern ungehorsam. Ok, da ist noch diese Tafel Schokolade die ich geklaut habe und einige kritische Situationen wo ich gelogen habe. Aber dafür 10 Mio. Jahre in der Hölle? Steht das in irgendeinem Verhältnis? Das Verhältnis wird klar, wenn ich verstehe, gegen wen hier gesündigt wurde.

Ich habe mich nicht gegen den Bürgermeister einer kleinen Stadt, nicht gegen die Bundeskanzlerin, nicht gegen den US Präsidenten versündigt und mir damit eine Haftstrafe verdient. Nicht gegen Stalin, der mich in einem Gulag verrotten lassen würde. Nicht gegen Dschingis Khan, der mir an Ort und Stelle die Kehle durchschneiden würde. Ich habe mich an dem unendlichen Gott versündigt! Und die Strafe für die Sünde an einem unendlichen Gott ist unendlich. Deshalb ist die Sünde gegen Gott das größte Vergehen.

2. Die Sünde brennt mit dem höllischen Feuer

Nach 10 Mio. Jahren hatte ich bestimmt Gelegenheit mich mit ca. 100 Mio. Menschen ausführlich zu unterhalten. Und ich werde festgestellt haben, wie viel Not und Elend diese Menschen in ihrer kurzen Erdenzeit erlebt haben. Wie viel Leid die Menschen erfahren haben durch Tyrannen, durch Banditen oder durch ihre eigenen Verwandten.

Paulus schreibt an die Römer im 1. Kapitel, dass die Menschen Gott nicht geehrt haben. Dass sie die Schöpfung angebetet haben und nicht den Schöpfer. Sie haben gegen das erste der 10 Gebote verstoßen. Deshalb hat sie Gott dahingegeben, wodurch die Sünde ihre Macht unter den Menschen entfaltet. Als Nächstes werden dort Dinge aufgeführt wie Mord, Betrug, List, Neid, Unbarmherzigkeit usw. Alles Sünden, alles Dinge, die viel Not unter die Menschen bringen. Aber die Sünde oder das Böse kann hier auf der Erde nicht uneingeschränkt herrschen. Es kann nur so weit gehen, wie Gott ihm Raum zulässt.

In der Hölle wird es aber uneingeschränkt herrschen. Und das wird die Hölle zur Hölle machen. Das ist das wahre Gesicht der Sünde. Die Sünde hier in dieser Zeit, auch wenn sie klein und niedlich aussieht, sie brennt mit höllischem Feuer.

3. Um Sünden vergeben zu können, musste Gott das Größte geben

Hier kommt die frohe Botschaft. Die Sünde kann vergeben werden. Meine Sünde kann mir vergeben werden. Gott kann mich wieder rein und unschuldig machen. Er kann mein Gewissen entlasten. Obwohl ich mit meinen Sünden die ewige Verdammnis verdient habe, hat Gott eine Möglichkeit geschaffen, um mir vergeben zu können.

Und diese Möglichkeit war nicht billig. Um die Sünden zu vergeben, um diese ewige Schuld zu tilgen, musste Gott das Teuerste geben, das er hatte. Er hat seinen einzigen Sohn gegeben, Jesus Christus. Christus hat die Herrlichkeit und die Schönheit des Himmels verlassen und ist auf die sündenverdorbene Erde gekommen. Er hat hier ohne Sünde unter sündigen Menschen gelebt. Und er wurde von ihnen wie der übelste Verbrecher und Sünder behandelt. Er wurde beleidigt, angespuckt, geschlagen, ausgepeitscht und schließlich ans Kreuz genagelt.

Er wurde aber nicht nur von den Menschen, sondern auch von Gott als der übelste Verbrecher und Sünder behandelt. Es hat dem Vater und dem Sohn das Herz gebrochen, als sich der Vater von dem Sohn abgewandt hat, als dieser dort am Kreuz von Golgatha hing. Schau, das hat Gott die Erlösung von der Sünde gekostet. Warum hat er das getan?

Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben

— JOHANNES 3,16

So sehr hat Gott die Welt geliebt. Gott hat die Welt, er hat dich und mich geliebt. Deshalb hat er das Teuerste was er hatte gegeben, um uns von dieser Verdammnis durch die Sünde zu retten.

Wie ist dein Verhältnis zur Sünde? Akzeptierst du die Sünde in deinem Leben? Spielst du mit ihr? Oder hasst du sie, verabscheust du sie?

Schlagworte: , ,

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.