Was heisst „Jesus nachfolgen“?

Werden wie Jesus Was heißt Jesus nachfolgen

Sie sind unterwegs nach Damaskus. Entschlossen für die Wahrheit einzustehen. Entschlossen mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln die Irrlehrer, die den väterlichen Glauben verleugnen, zu bekämpfen. Sie sind schon nahe an Damaskus, als sie plötzlich ein helles Licht vom Himmel umstrahlt. Und dann wird Saulus zum Paulus. Du kannst das in Apostelgeschichte 9 lesen. Während er am Boden liegt, stellt er mit zittern und zagen die Frage, die von da an sein Leben bestimmt: „Herr, was willst du, dass ich tun soll?“ Die zentrale Frage der christlichen Nachfolge.

Wenn ich ein Kind Gottes geworden bin, dann nimmt Gott mich nicht sofort in den Himmel, sondern lässt mich auf der Erde. Weil er hier auf der Erde Menschen haben will, die Christus nachfolgen. Menschen, die Ihm immer ähnlicher werden und als Licht und Salz der Welt den Auftrag Gottes erfüllen. Menschen, die viel Frucht zur Ehre ihres Meisters bringen.
Was bedeutet es aber Christus nachzufolgen?

Da sprach Jesus zu seinen Jüngern: Wenn jemand mir nachkommen will, so verleugne er sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach!

— MATTHÄUS 16,24

Nachfolgen heißt drei Dinge tun: sich selbst verleugnen, sein Kreuz auf sich nehmen und Jesus folgen.

1 Sich selbst verleugnen

Sich selbst verleugnen heißt aufhören zu fragen, was ich will und anfangen zu fragen, was Gott will. Es heißt das zu tun, was Gott will, auch wenn ich lieber etwas anderes tun würde. Ich muss mir selbst eingestehen, dass es in dieser Welt nicht um mich sondern um Ihn geht. Es geht in meinen Gebeten nicht mehr darum, was der Herr für mich tun kann, sondern mehr und mehr darum, was ich für Ihn tun kann. Diese Selbstverleugnung finden ihren Höhepunkt in der völligen Weihe.

Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, Gott wohlgefälliges Opfer: Das sei euer vernünftiger Gottesdienst!

— RÖMER 12,1

2 Sein Kreuz auf sich nehmen

Sein Kreuz auf sich nehmen hat folgende Bedeutung: Das Leben mit Gott wird mich in manche Schwierigkeiten bringen. Als erstes werde ich ein besonderes Angriffsziel Satans. Er wird versuchen, mich zum Fallen bringen wollen. Er wird mich auf falsche Wege locken und mir das Ziel verrücken wollen. Und auch von der Seite der Menschen werde ich Schwierigkeiten bekommen.

Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.
Wenn ihr von der Welt wärt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt heraus erwählt habe, darum hasst euch die Welt. Gedenkt an das Wort, das ich zu euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie auch euch verfolgen; haben sie auf mein Wort [argwöhnisch] achtgehabt, so werden sie auch auf das eure [argwöhnisch] achthaben.

— JOHANNES 15,18-20

Sein Kreuz auf sich nehmen heißt, durch diese Angriffe und Verfolgungen zu gehen und sich nicht vom Ziel abbringen zu lassen. So wie Jesus da durchgegangen ist.

3 Jesus folgen

Das können wir verstehen, wenn wir anschauen, was seine Jünger getan haben, als sie mit Ihm zusammen durch Galiläa und Judäa gezogen sind. Sie waren mit Ihm zusammen, sie haben seiner Rede zugehört. Sie haben in Gemeinschaft mit Ihm gelebt. Sie haben seine Hinweise und Ermahnungen angenommen. Sie waren Ihm gehorsam, wenn er sie irgendwo hingeschickt hat. Sie haben viel von Ihm gelernt.

Um Jesus zu folgen muss ich das auch tun. Ich muss die Evangelien lesen, lesen was er geredet hat. Ich muss seine Hinweise und Ermahnungen annehmen. Ich muss Ihm gehorsam sein, wenn er mich zum Handeln auffordert. Weil Er auferstanden ist und lebt, kann ich im Gebet in Gemeinschaft mit Ihm leben. Und ich kann und muss viel von Ihm lernen.

Das Leben in der christlichen Nachfolge beschreibt Paulus an einer anderen Stelle so:

Und nun lebe ich, aber nicht mehr ich [selbst], sondern Christus lebt in mir.

— GALATER 2,20

Er fordert die Leser seiner Briefe immer wieder dazu auf sich Jesus als Beispiel zu nehmen. Das heißt, ich muss Christus stets vor Augen haben. Ich muss viel über ihn nachdenken. Er muss mir so wert und teuer werden, wie Paulus ihn in seinen Briefen beschreibt. Er muss das Ziel meiner Gebete werden. So wie sie Paulus gebetet hat:

Deshalb beuge ich meine Knie vor dem Vater unseres Herrn Jesus Christus, von dem jedes Geschlecht im Himmel und auf Erden den Namen erhält, dass er euch nach dem Reichtum seiner Herrlichkeit gebe, durch seinen Geist mit Kraft gestärkt zu werden an dem inneren Menschen, dass der Christus durch den Glauben in euren Herzen wohne, damit ihr, in Liebe gewurzelt und gegründet, dazu fähig seid, mit allen Heiligen zu begreifen, was die Breite, die Länge, die Tiefe und die Höhe sei, und die Liebe des Christus zu erkennen, die doch alle Erkenntnis übersteigt, damit ihr erfüllt werdet bis zur ganzen Fülle Gottes. Dem aber, der weit über die Maßen mehr zu tun vermag als wir bitten oder verstehen, gemäß der Kraft, die in uns wirkt, ihm sei die Ehre in der Gemeinde in Christus Jesus, auf alle Geschlechter der Ewigkeit! Amen.

— EPHESER 3,14-21

Sag, ist er das Ziel deiner Gebete?

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